Spannungen vor Blinkens Besuch in China: Peking rügt US-'Containment'-Politik

Eulerpool News
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Wenige Tage vor dem diplomatischen Besuch des US-Außenministers Antony Blinken in der Volksrepublik China erhebt Peking schwere Vorwürfe gegenüber Washington. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums beklagte in einem von der Staatsagentur Xinhua verbreiteten Bericht die fortgesetzten amerikanischen Versuche, China einzudämmen. Solche Aktionen, die sich in Einmischungen in innere Angelegenheiten und in der Beschädigung des internationalen Ansehens Chinas ausdrückten, würden entschieden abgelehnt, erklärte der nicht namentlich genannte Vertreter. Die bilateralen Beziehungen, so der Beamte weiter, seien zwar seit dem jüngsten Gespräch zwischen Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping und US-Präsident Joe Biden etwas stabilisiert worden, jedoch bestünden nach wie vor erhebliche Differenzen. Besonders kritisch sei die amerikanische Rhetorik, die China vorwerfe, globale Märkte mit Überkapazitäten etwa im Bereich der Elektroautos und erneuerbaren Energien zu fluten – eine Charakterisierung, die in Peking als Verzerrung und als Versuch gesehen wird, die eigene industrielle Entwicklung zu behindern. Blinkens dreitägige Chinareise, die ihn sowohl nach Shanghai als auch nach Peking führen wird, soll der Verbesserung der Kommunikation dienen und die Chancen für Missverständnisse sowie Konflikte reduzieren. Themen wie Menschenrechte, wirtschaftliche Fairness und Chinas Unterstützung der russischen Verteidigungsindustrie stehen auf der Agenda des US-Außenministers. Ebenso dürften die Unruhen im Nahen Osten ein Diskussionspunkt sein. Die diplomatische Annäherung folgt auf ein Treffen zwischen Biden und Xi im vergangenen November in Kalifornien sowie auf anhaltende Gespräche auf Regierungsebene. Zuletzt besuchte die US-Finanzministerin Janet Yellen China, um den Dialog zwischen US-Unternehmen und der chinesischen Regierung weiter zu fördern. Trotz der Herausforderungen scheinen die bilateralen Beziehungen einen Wendepunkt erreicht zu haben, weg von dem historischen Tief des Vorjahres, so der offizielle Vertreter Chinas.