Unterbewertete Aktien 2022

Qualitätsaktien mit Rabatt kaufen: hin- und wieder notieren Aktien deutlich unter ihrem Fairen Wert. Eulerpool zeigt, wie stark Aktien unter ihrem fairen Wert notieren. Unsere Algorithmen werden stündlich aktualisiert.

Am Aktienmarkt bilden sich Preise durch Angebot und Nachfrage. Sinken Kurse, fehlen potenzielle Käufer. Es kann einige Gründe dafür geben, dass Aktien unter ihrem wahren Wert im Markt gehandelt werden.

Jedes Unternehmen will negative Nachrichten verhindern, allerdings ist das nicht immer möglich. Wenn Unternehmen zum Beispiel ihre Gewinnerwartungen verfehlen oder drohenden Klagen gegenüberstehen, führt das häufig zu einer sinkenden Nachfrage. Häufig verkaufen unerfahrene Aktionäre daraufhin ihre Aktien dieser Unternehmen und der Preis der Aktie fällt damit. Obwohl schlechte Nachrichten ein Risiko für ein Unternehmen darstellen können, überreagieren viele Anleger und damit entsteht eine Unterbewertung der Aktie.

Dieses vorschnelle Handeln kommt häufig vom so genannten Herdentrieb. Anleger fangen an, ihre Aktien zu verkaufen, wenn andere es ebenfalls tun, das ist ein typisch menschliches Anlegerverhalten. Ein häufiger Grund für dieses irrationale Handeln sind Onlineforen, in denen Mitglieder zum Verkauf oder Kauf raten. Anfang 2021 kam es zu so einem künstlichen Hoch, denn Reddit-User haben zum Kauf der GameStop Aktie aufgerufen, die dann massiv überbewertet war.

Finde Nischenunternehmen. Denn In der Börsenwelt wird häufig nur von den großen Playern wie Apple, Tesla und Amazon berichtet. Deshalb sind kleinere Nischenunternehmen oder Unternehmen mit nicht so revolutionären Geschäftsmodellen uninteressant für viele Investoren, obwohl sie großes Potenzial haben. Weniger Interesse heißt damit auch weniger Käufe. Aktien, die wegen mangelnden Interesses unterbewertet sind, stellen eine riesen Chance für Investoren dar, solide Aktien für einen günstigen Preis zu kaufen, bevor das Potenzial von der breiten Masse erkannt wird.

Um unterbewertete Aktien zu finden, solltest du dich mit den Finanzmärkten auseinandersetzen. Es ist wichtig, informiert über die aktuellen Geschehnisse zu bleiben, um rational handeln zu können. Achte zum Beispiel auf negative Schlagzeilen von Unternehmen, denn das könnte den Kurs der Aktie kurzfristig senken.

Krisen oder Korrekturphasen können ebenfalls die Preise von Aktien drücken, obwohl sich am Geschäftsmodell der Unternehmen nichts ändert. Im Frühling 2020, zum Start der Corona Pandemie, sind die Aktienkurse in den Keller geschossen und viele Aktien konnten zum Schnäppchenpreis gekauft werden.

Zyklische Einflüsse sollten Investoren, die nach unterbewerteten Aktien Ausschau halten, ein Begriff sein. Einige Unternehmen reagieren stark auf Konjunkturschwankungen und sind damit von der Volkswirtschaft abhängig. Typische zyklische Unternehmen sind in dem Verbrauchsgüter- und Technologiesektor zu finden.

Schließlich sollten Anleger sich immer einen Überblick über das Unternehmen verschaffen, um eine fundierte Entscheidung über die Aktie treffen zu können. Also vergleiche die unterbewertete Aktie mit ihrer Konkurrenz und beobachte, was Insider in dem Unternehmen tun. Wenn das Unternehmen oder die Vorstände ihre eigenen Aktien kaufen, kann dies ein Zeichen sein, dass die Aktie unterbewertet ist und viel Renditepotenzial besitzt.

Es gibt zwei Kennzahlen, die jeder Investor, der unterbewertete Aktien finden möchte, kennen sollte: das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder auch Price-to-Earnings Ratio (P/E Ratio) und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) oder auch Price-to-Book Ratio (P/B Ratio).

Das KGV wird berechnet, indem man den Aktienkurs dem Gewinn gegenüberstellt. Wenn der Aktienkurs deutlich niedriger als der Gewinn des Unternehmens ist, ist die Aktie unterbewertet. Also ein niedriges KGV zeigt an, dass eine Aktie günstig ist. Ein hohes KGV bedeutet allerdings nicht gleich, dass eine Aktie überteuert ist. Es ist wichtig, das KGV eines Unternehmens mit dem Branchendurchschnitt zu vergleichen, um festzustellen, ob es die Rate der Konkurrenz übertrifft. Außerdem sollte das KGV nicht als einziger Indikator genutzt werden, denn es kann nicht in die Zukunft blicken.

KGV =
aktueller Aktienkurs
Gewinn pro Aktie

Bei dem KBV schauen Investoren auf das Vermögen, dass in den Bilanzen festgeschrieben ist. Die Eigenkapitalsumme wird dann durch die Anzahl der ausstehenden Aktien geteilt. Der aktuelle Aktienkurs wird dann diesem Buchwert je Aktie gegenübergestellt. Aktien gelten als unterbewertet, wenn der Marktwert nicht dem Buchwert entspricht. Bei einem KBV unter 1 ist die Aktie günstig. Allerdings ist es auch hier wieder wichtig, das KBV nicht als einzige Kennzahl für eine Unterbewertung einzubeziehen.

KBV =
aktueller Aktienkurs
Buchwert pro Aktie

Nachdem Investoren mit dem KGV und KBV Aktien sondiert haben, sollten weitere Finanzkennzahlen hinzugezogen werden. Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG Ratio), die Eigenkapitalrendite oder Return on Equity (ROE), der Verschuldungsgrad (Debt Ratio) und die Liquidität 3. Grades (Current Ratio) sind weitere wichtige Indikatoren.

Berechnungen:

PEG Ratio =
KGV
erwartetes Gewinnwachstum

Eigenkapitalrendite =
Gewinn
Eigenkapital x 100

Verschuldungsgrad =
Verbindlichkeiten
Eigenkapital

Liquidität 3. Grades =
Vermögensgegenstände
kurzfristige Verbindlichkeiten

Value Investing ist eine Anlagestrategie, die auf dem Markt nach unterbewerteten Aktien oder Wertpapieren sucht, mit dem Ziel, diese zu kaufen oder in diese zu investieren. Da die Vermögenswerte günstig erworben werden können, erhoffen sich Investoren ein großes Gewinnpotenzial. Darüber hinaus vermeiden Anleger bei dem Value Investing den Kauf von Aktien, die auf dem Markt als überbewertet gelten könnten.

Warren Buffett ist der wohl bekannteste Value Investor. Der CEO von Berkshire Hathaway hat sein Vermögen von mehr als 80 Milliarden US-Dollar größtenteils durch die Strategie des Value Investings aufgebaut. Buffett kauft Unternehmensanteile möglichst weit unter ihrem fairen Wert, um dann an der künftigen Entwicklung teilzuhaben.

Die Basis beim Value Investing ist die Fundamentalanalyse, die sich auf Finanzkennzahlen stützt. Allerdings spielen Faktoren wie die Qualität des Managements, der mögliche Wettbewerbsvorteil und die Festigkeit des Geschäftsmodells ebenfalls eine wichtige Rolle.

Wichtig ist es, bei der Analyse von unterbewerteten Aktien nicht auf die sogenannte Value Trap reinzufallen. Eine Value Trap scheint unterbewertet zu sein, ist sie allerdings nicht. Bei der Value Trap sinkt der Aktienkurs meistens weiter und kann schlimmstenfalls zur Insolvenz führen. Es gibt einige Indikatoren, die helfen können, eine unterbewertete Aktie von einer Value Trap zu unterscheiden.

Achte auf folgende Faktoren:

  • 1. Stabile Gewinnentwicklung über die letzten Jahre
  • 2. Keine bekannten Skandale
  • 3. Positive Zukunftsaussichten
  • 4. Hohes Credit Rating durch Moody’s und S&P Global Ratings
  • 5. Mögliche Wettbewerbsvorteile oder Alleinstellungsmerkmale
  • 6. Niedriges PEG Ratio