Thyssenkrupp verkauft Stahlsparte-Anteil an Kretinsky

27.4.2024, 11:00

Thyssenkrupp verhandelt mit EP über den Kauf von 30% weiterer Anteile am Stahlgeschäft für ein Joint Venture.

Eulerpool News 27. Apr. 2024, 11:00

Thyssenkrupp hat sich darauf geeinigt, einen 20-prozentigen Anteil an seinem Stahlgeschäft an die EP Corporate Group des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky zu verkaufen. Der genaue Betrag wurde nicht bekannt gegeben, aber die beiden Unternehmen diskutieren über den möglichen Erwerb eines weiteren 30-prozentigen Anteils an dem Stahlgeschäft durch EP, mit dem Ziel, ein zu gleichen Teilen gemeinsam geführtes Joint Venture zu gründen.

Finanzielle Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben, aber Christian Obst, Analyst bei Baader, schätzt, dass Thyssenkrupp zwischen 350 Millionen und 400 Millionen Euro für den 20-prozentigen Anteil erhalten könnte, vorausgesetzt, dass es keine weiteren Abschreibungen im Geschäft gibt.

Die Vereinbarung dürfte ein neues Kapitel für das Stahlgeschäft von Thyssenkrupp eröffnen. Die Stahlproduktion des deutschen Industriekonzerns war schon lange eine Belastung für die Gewinne, und das Unternehmen versucht seit Jahren, sich davon zu trennen.

Thyssenkrupp kündigte zuvor in diesem Monat an, Stellen abzubauen und die Produktion in seinem Stahlgeschäft wegen Marktherausforderungen zu reduzieren. Schwache Nachfrage, hohe Energiekosten und zunehmender Wettbewerb aus Asien belasten das Geschäft.

Europäische Stahlhersteller im Allgemeinen spüren den Druck durch niedrige Margen und schwächere Nachfrage, was sie zwingt, Stellen abzubauen, um Kosten zu senken. Im vergangenen Jahr kündigte das deutsche Unternehmen Kloeckner & Co. Pläne zur Streichung von 10% seiner Belegschaft in seinem europäischen Vertriebsgeschäft an, während Schwedens SSAB es kürzlich geschafft hat, Arbeitspraktiken anzupassen, um die Hälfte seiner finnischen Belegschaft zu erhalten.

Eine weltweite Initiative zur Erfüllung von Umweltzielen stellt Stahlhersteller auch vor enorme Investitionsanforderungen zur Dekarbonisierung ihrer Betriebe, da Kunden zunehmend nach kohlenstoffarmen Alternativen zum herkömmlichen Stahl verlangen.

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