Pharma

6.5.2024, 17:00

Deutscher Medizintechnikhersteller investiert 90 Mio. in Hightech-Fabrik

Erbe-Geräte bei 20 Millionen Eingriffen jährlich im Einsatz: Mittelständler plant weiteres Wachstum.

Der schwäbische Medizintechnikhersteller Erbe Elektromedizin GmbH setzt weiterhin auf Expansion und hat nun sein neues Produktions- und Entwicklungszentrum in Rangendingen eingeweiht. Mit einer Investition von 90 Millionen Euro stellt der Bau das größte Einzelprojekt in der 173-jährigen Geschichte des Unternehmens dar, das weltweit chirurgische Geräte und Instrumente produziert und vertreibt. Diese werden unter anderem für invasive Operationen wie Lungenkrebsbehandlungen eingesetzt.

Die neue Anlage unterstreicht das Bekenntnis des Unternehmens zur Stärkung des Standorts Deutschland und zur Investition in die Zukunft. "Das Herz des Unternehmens wird hier in Deutschland bleiben, aber wir müssen in Zukunft viel flexibler sein", erklärte Geschäftsführer Christian O. Erbe während der Einweihungsfeier. Die Eröffnung des Kompetenzzentrums wurde von namhaften Gästen wie Bundesfinanzminister Christian Lindner und Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut besucht, die das Engagement von Erbe in den höchsten Tönen lobten.

Das Unternehmen, das bereits seit 1851 besteht und heute in fünfter Generation von der Familie Erbe geführt wird, zeichnet sich durch seine Spezialisierung auf High-Tech-Medizintechnik aus. Im vergangenen Jahr verzeichnete Erbe einen Umsatzanstieg von 15 Prozent auf 430 Millionen Euro und plant, bis 2030 die Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro zu überschreiten.

Die neue Anlage in Rangendingen ist nicht nur ein symbolisches Zeichen für die Innovationskraft und das wirtschaftliche Potenzial des deutschen Mittelstands, sondern auch ein Vorzeigeprojekt in Sachen Nachhaltigkeit. Sie erfüllt den KfW-Effizienzhausstandard 40 Plus, verwendet ökologische Baustoffe und wird zu einem Drittel durch auf dem Dach installierte Solarmodule mit Energie versorgt. Ein Biogas-Blockheizkraftwerk deckt den restlichen Bedarf.

Trotz der aktuellen Herausforderungen wie der Deindustrialisierung in Deutschland und globalen geopolitischen Risiken zeigt sich Erbe optimistisch und plant bereits die nächste Erweiterung des Standorts, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden. Die Fertigungseinrichtungen sollen modular und flexibel gestaltet sein, um schnell an verschiedenen Orten weltweit eingesetzt werden zu können. Dies reflektiert eine strategische Anpassung an die zunehmend volatile globale Wirtschaftslage.

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