Ardian hat seine Beteiligung am Londoner Flughafen Heathrow auf über 30 Prozent erhöht und übernimmt dazu Anteile von Ferrovial, CDPQ und dem britischen Pensionsfonds USS. Der Deal, der einen Wert von rund 870 Mio. £ haben soll, markiert den Rückzug der spanischen Ferrovial aus dem Flughafen und untermauert das langfristige Vertrauen der französischen Private-Equity-Gesellschaft in Europas größtes Drehkreuz.
Heathrow befindet sich derzeit mitten in einer strategischen Neuausrichtung. Der Flughafen will mit einer dritten Start- und Landebahn seine Kapazitäten signifikant ausweiten – ein Vorhaben, das bereits die britische Regierung befürwortet hat, um dem steigenden Passagieraufkommen gerecht zu werden. An diesem Mittwoch verkündete Heathrow zudem erstmals seit der Pandemie eine Dividendenausschüttung von 250 Mio. £ an die Eigner, nachdem das Passagieraufkommen 2024 um 6 Prozent auf 83,9 Mio. gestiegen ist.
Zwar ist der Weg zur Realisierung eines der größten europäischen Flughafenausbauprojekte noch weit, doch Heathrow-Chef Thomas Woldbye betonte, man nähere sich „der natürlichen Kapazitätsgrenze“; die britische Regierung selbst signalisiert eine wachstumsorientierte Luftverkehrspolitik. Dennoch blicken einige Fluggesellschaften skeptisch auf eventuelle Gebührenerhöhungen zur Finanzierung des Milliardenprojekts. So hatte Emirates-Chef Sir Tim Clark vor möglichen rechtlichen Auseinandersetzungen gewarnt, sollte Heathrow die Start- und Landeentgelte deutlich anheben.
Unabhängig davon stärkt der Einstieg der Franzosen das internationale Profil Heathrows. Bereits seit Dezember ist Ardian größter Anteilseigner, nun stockt man weitere 10 Prozent auf – ein klares Bekenntnis zu einer der lukrativsten europäischen Infrastrukturen.