Politics

Geheime Gefangenenaustausch-Gespräche zwischen USA und Russland

Diskussion könnte potenzielle Freilassung des inhaftierten Wall Street Journal Reporters Evan Gershkovich einschließen.

12. Apr. 2024, 13:00

Die USA und Russland diskutieren über einen möglichen Gefangenenaustausch, der die Freilassung des seit über einem Jahr in Russland inhaftierten Journalisten der "Wall Street Journal", Evan Gershkovich, einschließen könnte. Dies gab der stellvertretende russische Außenminister Sergei Ryabkov bekannt. Der Dialog werde über einen spezialisierten und geschlossenen Kanal geführt, zu dessen Inhalten Ryabkov sich nicht äußern durfte.

Ryabkovs Stellungnahme erfolgte auf Nachfragen zu Berichten, nach denen die USA ein neues Angebot für einen Austausch von Gershkovich und dem amerikanischen Staatsbürger Paul Whelan, einem ehemaligen Marine und Unternehmenssicherheitsleiter, der eine 16-jährige Haftstrafe wegen Spionageverbots verbüßt, vorbereiten. Die Anschuldigungen gegen beide Männer werden von ihnen, der "Wall Street Journal" und der US-Regierung vehement bestritten.

Roger Carstens, der führende US-Diplomat für Geiselfragen, erklärte letzte Woche, dass die Biden-Administration ein neues Angebot an Moskau zur Sicherung der Freilassung von Gershkovich und Whelan vorbereitet. Die jüngsten Bemerkungen aus Moskau deuten darauf hin, dass ernsthafte Verhandlungen zur Freilassung der beiden Amerikaner im Gange sind.

Gershkovich wurde am 29. März 2023 von Russlands Föderalem Sicherheitsdienst in Jekaterinburg festgenommen. Die russische Regierung hat öffentlich keine Beweise für die gegen den Reporter erhobenen Vorwürfe vorgelegt. Im Februar signalisierte der russische Präsident Wladimir Putin Offenheit für einen Gefangenenaustausch, sofern eine Vereinbarung mit Washington erzielt wird, nannte jedoch keine Details zu möglichen russischen Forderungen.

Im März äußerte sich Putin erneut zum Thema Gefangenenaustausch und erwähnte die Möglichkeit eines Austauschs des Kremlkritikers Alexei Nawalny, Tage bevor dieser in einer Strafkolonie in der Arktis verstarb.

Das Weiße Haus fordert auch die Freilassung der Journalistin Alsu Kurmasheva von Radio Free Europe/Radio Liberty, die im Oktober inhaftiert und später der Nichtregistrierung als ausländische Agentin sowie der Verbreitung falscher Informationen über das russische Militär angeklagt wurde. Die USA überwachen ihre Inhaftierung genau, haben jedoch noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob sie zu Unrecht inhaftiert wird.

Ein russisches Gericht verlängerte letzte Monat Gershkovichs Haft um drei Monate, bis zum 30. Juni. In Russland können Ermittler bis zu einem Jahr Zeit haben, um sich auf besonders komplexe Strafverfahren vorzubereiten, mit der Möglichkeit weiterer Verlängerungen unter außergewöhnlichen Umständen. Eine Verurteilung wegen Spionage kann eine Gefängnisstrafe von 10 bis 20 Jahren nach sich ziehen. Freisprüche in solchen Fällen sind selten.

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