WHO warnt vor Polio-Ausbruch im Gazastreifen

  • WHO warnt vor erheblichem Polio-Ausbruchsrisiko im Gazastreifen.
  • Empfehlungen für eine mögliche Impfkampagne werden bis Sonntag erwartet.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht eine erhebliche Gefahr eines Polio-Ausbruchs im Gazastreifen. Ayadil Saparbekov, WHO-Vertreter in Jerusalem, äußerte schwere Bedenken hinsichtlich eines möglichen Ausbruchs der Kinderlähmung in der Region. Obwohl das Polio-Virus bisher nur in Abwasserproben nachgewiesen wurde und noch keine Patienten betroffen sind, ist die Situation aufgrund der schlechten Wasser- und Abwasserinfrastruktur sowie eines geschwächten Gesundheitssystems kritisch. Die schwierigen Lebensbedingungen in Notunterkünften, in denen Hunderte Menschen sich eine Toilette teilen und jeder weniger als zwei Liter Wasser pro Tag hat, erhöhen das Ausbreitungsrisiko erheblich. Polio wird durch oral aufgenommene und über Ausscheidungen übertragene Erreger verbreitet. Dabei stammen die entdeckten Viren von bereits geimpften Personen, was bedeutet, dass bislang noch keine neuen Infektionen aufgetreten sind. Neben Polio sind auch andere Infektionskrankheiten von großer Besorgnis, und die WHO plant, bis Sonntag Empfehlungen für eine mögliche Impfkampagne im Gazastreifen zu veröffentlichen. Diese sollen in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und internationalen Organisationen erarbeitet werden, um das Ausbreitungsrisiko zu minimieren. Israel hat bereits präventive Maßnahmen ergriffen und seine Truppen gegen Polio geimpft. Zusätzlich wurden seit Beginn des Konflikts mit der Hamas bereits 300.000 Impfdosen in die Region geliefert, um eine Gesundheitskrise abzuwenden.
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