Optimismus bei MTU: Triebwerksrückruf eingedämmt und Aufschwung in Sicht

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Die Bewältigung eines umfangreichen Triebwerksrückrufs zeichnet sich für den Triebwerksbauer MTU Aero Engines als zunehmend beherrschbare Herausforderung ab. Der Chef des Münchner Unternehmens, Lars Wagner, teilte kürzlich mit, dass man auf einem guten Weg sei, die Probleme mit Tausenden von Triebwerken in den Griff zu bekommen. Bereits 480 von Airbus-Mittelstreckenjets waren von dem Defekt betroffen, doch mit verstärkter Produktion der Ersatzelemente und 16 betriebsbereiten Wartungsstandorten nimmt die Situation nun eine positive Wendung. Es sind nicht nur dunkle Wolken am Horizont: MTU steht vor einem Rekordjahr in Bezug auf Umsatz und operativen Gewinn. Bis 2024 sollen die besten Geschäftszahlen der Unternehmensgeschichte geschrieben werden. Dieses Streben nach Höchstleistungen spiegelt sich auch im Börsenwert wider. Nach einem vorangegangenen Einbruch des Aktienpreises aufgrund des öffentlich gewordenen Rückrufs, erlebte das Papier ein spürbares Comeback und glänzt aktuell mit einem Anstieg um mehr als ein Prozent auf 227,70 Euro, womit es zu den besten Performern im deutschen Leitindex gehört. Das Kernproblem des Rückrufs liegt beim Getriebefan-Triebwerkstyp, der maßgeblich bei Airbus-Mittelstreckenjets vom Typ A320neo zum Einsatz kommt. Der amerikanische Partner von MTU, Pratt & Whitney, hatte bei der Herstellung der Turbinenscheiben ein fehlerhaftes Metallpulver verwendet, was zu dem umfassenden Rückruf durch den Mutterkonzern RTX im Juli führte. Dieser Fehler hat den Beteiligten einschließlich MTU hohe finanzielle Belastungen beschert. Der Jahresverlust, welchen MTU wegen der Rückstellungen für diese Angelegenheit verzeichnete, stellt eine Premiere in der langjährigen Unternehmensgeschichte dar. Doch abseits dieser Kosten blüht das operative Geschäft auf, getragen von der Triebwerkswartung und dem Militärbereich, einschließlich Beteiligungen an Projekten wie dem Kampfjet Eurofighter, und liefert steigende Umsatz- sowie Gewinnzahlen. Wagner gibt sich zuversichtlich, dass MTU nicht nur den gegenwärtigen Herausforderungen standhalten, sondern auch die gesetzten Ziele für den Umsatz im aktuellen Jahr sowie eine überproportionale Gewinnsteigerung im Jahr 2024 erreichen wird, trotzt vorübergehender Engpässe in den Lieferketten, die zu einer längeren Nutzung und verstärkten Wartung älterer Flugzeuge seitens der Fluggesellschaften führen.
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