Deutsche Vermögensentwicklung: Mehr Sparen, leichter Wohlstandszuwachs

2.1.2024, 16:20

Das Jahr 2023 war geprägt von boomenden Börsen, ansteigenden Zinsen und einer gewissen Konsumzurückhaltung, was dazu führte, dass die Deutschen insgesamt ein wenig vermögender geworden sind.

Eulerpool News 2. Jan. 2024, 16:20

Das Jahr 2023 war geprägt von boomenden Börsen, steigenden Zinsen und einer verhaltenen Konsumneigung, was zu einem leichten Anstieg des Privatvermögens der Deutschen geführt hat. Laut einer aktuellen Studie der DZ Bank ist das private Geldvermögen in Deutschland im vergangenen Jahr um gut sechs Prozent auf insgesamt 7,9 Billionen Euro angewachsen.

Im Vergleich zum Vorjahr, als das Vermögen noch um fast fünf Prozent geschrumpft war, ist dies eine deutliche Verbesserung. Analyst Michael Stappel von der DZ Bank erklärt: "Aktienkursgewinne trugen im Jahr 2023 zu einem Wertzuwachs von rund 200 Milliarden Euro bei."

Der deutsche Aktienindex Dax legte allein im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent zu, was sich auch in den Portfolios der Investoren widerspiegelte. Zum Jahresende machten Aktien und Investmentfonds mit einem Gesamtvolumen von mehr als 1,8 Billionen Euro gut 23 Prozent des privaten Geldvermögens aus.

Jedoch dürfte die Inflation einen Großteil des Vermögenszuwachses aufgezehrt haben, da die endgültigen Inflationsdaten für 2023 noch nicht vorliegen.

Die Volkswirte des genossenschaftlichen Spitzenverbands BVR gehen jedoch von einer Inflationsrate von rund sechs Prozent aus. Dadurch ist das nominelle Vermögen zwar gestiegen, jedoch können dafür wahrscheinlich keine zusätzlichen Waren und Dienstleistungen gekauft werden.

Für Aktionäre deutscher Konzerne gibt es jedoch trotz der Inflation Grund zur Freude.

Laut Berechnungen der DekaBank werden im Geschäftsjahr 2023 40 Unternehmen im Deutschen Aktienindex insgesamt 54,6 Milliarden Euro an Dividenden ausschütten – das sind 1,6 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr.

Auch die hohe Sparquote der Deutschen hat zu dem Wachstum des Privatvermögens beigetragen, so die Studie weiter.

Mit 11,2 Prozent liegt sie noch immer über dem Durchschnitt vor der Corona-Krise. Dies ist vor allem auf die anhaltende Unsicherheit zurückzuführen. Zudem boten die außergewöhnlich schnell gestiegenen Zinsen einen Anreiz zum Sparen. Allerdings lagen diese aufgrund der hohen Inflation real noch im negativen Bereich.

Die DZ-Bank-Analysten schauen jedoch zuversichtlich in die Zukunft und prognostizieren auch für 2024 eine positive Entwicklung. "Die Perspektiven für die Geldanlage bleiben insgesamt gut", heißt es in der Studie. Eine voraussichtlich weiter sinkende Inflationsrate und steigende Löhne würden zu realen Einkommenszuwächsen bei den privaten Haushalten führen, was wiederum den Konsum und die wirtschaftliche Erholung in Deutschland ankurbeln sollte. Auch die positive Entwicklung in anderen Teilen der Welt dürfte die Börse stärken.

Zudem könnten verschiedene Anlageformen wie Termineinlagen, Sparbriefe und Anleihen vom Abbau der auf Girokonten geparkten Ersparnisse profitieren. Die Haushalte würden dadurch höhere Zinseinkünfte erzielen und mit Festzinsanlagen auch positive Realrenditen erzielen können.

Bei einer nachlassenden Unsicherheit und einer weiter sinkenden Inflationsrate wird die Sparquote voraussichtlich leicht abnehmen, so die Prognose der DZ-Bank-Analysten. Insgesamt wird sich der Vermögensaufbau im Jahr 2024 verlangsamen und das private Geldvermögen in Deutschland um gut vier Prozent wachsen.

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