Technology

EU-Kommission leitet weiteres Verfahren gegen Meta ein

EU-Kommission leitet Verfahren gegen Meta ein – Verdacht auf Jugendschutzverstöße bei Facebook und Instagram.

Eulerpool News 17. Mai 2024, 14:47

Die Europäische Kommission hat ein Verfahren gegen den Mutterkonzern von Facebook und Instagram, Meta, eröffnet. Grund ist der Verdacht auf Verstöße gegen den Jugendschutz. Die Brüsseler Behörde teilte am Donnerstag mit, dass die Gestaltung der Dienste, einschließlich ihrer Algorithmen, bei Kindern Suchtverhalten auslösen könnte.

Besonders besorgniserregend sind sogenannte Rabbit-Hole-Effekte, bei denen Nutzer so tief in ein Thema eintauchen, dass sie sich nicht mehr davon lösen können – ähnlich wie in "Alice im Wunderland". Algorithmen könnten theoretisch solche Verhaltensmuster erkennen und ausnutzen, um die Verweildauer auf der Plattform zu erhöhen.

Das neue EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA) verpflichtet Online-Plattformen, Minderjährige besonders zu schützen. Es verbietet personalisierte Werbung für Minderjährige und fordert eine Bewertung und Abschwächung von Risiken, die süchtiges Verhalten fördern. Die Kommission bezweifelt, dass Meta diesen Regeln ausreichend nachkommt, und äußert Bedenken hinsichtlich der Alterskontrollmethoden des Konzerns.

Im Rahmen des Verfahrens werden nun weitere Beweise gesammelt, unter anderem durch Befragungen. Die Einleitung des Verfahrens bedeutet jedoch nur, dass ein Verdacht geprüft wird; ein Ergebnis steht noch aus.

Bereits Ende April hatte die Kommission ein Verfahren gegen Meta wegen des Verdachts auf Verstöße gegen den DSA im Umgang mit politischer Werbung eingeleitet. Neben Meta laufen auch Verfahren gegen die Online-Plattform TikTok und den Kurznachrichtendienst X (früher Twitter). TikTok wird vorgeworfen, mit seiner App-Version TikTok Lite die psychische Gesundheit von Minderjährigen zu gefährden. Gegen X läuft ein Verfahren wegen unzureichender Reaktionen auf illegale und irreführende Beiträge zum Angriff der Hamas auf Israel.

Die Meta-Aktie schloss am Donnerstag im NASDAQ-Handel 1,74 Prozent tiefer bei 473,15 US-Dollar.

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