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Tesla reicht Klage gegen Streikaktivitäten in Schweden ein

Schwedische Gewerkschaften kritisieren Teslas Ablehnung eines Tarifvertrags als Bedrohung des "schwedischen Modells", was zu Streiks und einer Klage gegen Tesla führte.

Eulerpool News 1. Dez. 2023, 10:00

Der Streit zwischen Tesla und schwedischen Gewerkschaften hat sich verschärft, als sich hunderte Beschäftigte einem Streik anschlossen. Der Elektroautobauer verklagte sogar die schwedische Post, da die Verweigerung von Nummernschildern als "gesetzwidriger und diskriminierender Angriff auf Tesla" angesehen wird.

Ausgangspunkt des Konflikts war die Forderung der IF Metall Gewerkschaft nach einem Tarifvertrag für die Beschäftigten in zehn Tesla-Werkstätten in Schweden. Seit Ende Oktober sind rund 130 Mitarbeiter im Streik, doch mittlerweile haben sich auch 470 Beschäftigte in Werkstätten anderer Hersteller sowie Mitarbeiter in Häfen dem Arbeitskampf angeschlossen. Insgesamt haben neun Gewerkschaften Solidaritätsmaßnahmen ergriffen. Die Weigerung von Tesla, einen Tarifvertrag zu unterzeichnen, wird als Gefahr für das "schwedische Modell" gesehen - ein System, das den wirtschaftlichen Erfolg des Landes seit Jahrzehnten begründet.

Das "schwedische Modell" besteht aus einer Vereinbarung zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern, die die Arbeitsmarktbedingungen, einschließlich der Löhne, festlegen. Dies wird als einer der Gründe für den Erfolg Schwedens, einem Land mit zehn Millionen Einwohnern und Sitz von Herstellern wie Volvo Car und Northvolt, angesehen. Doch mit einer neuen EU-Richtlinie zum Mindestlohn und der Ausnahmegenehmigung für Schweden gerät dieses Modell nun in Gefahr.

Die Gewerkschaften betonen, dass sie genügend Ressourcen haben, um den Streik langfristig zu unterstützen. Bisher erhalten die streikenden Arbeiter 130 Prozent ihres Lohns, um auch Urlaub und Renten abzudecken. Tesla-Chef Elon Musk hat in der Vergangenheit die Forderungen nach einer gewerkschaftlichen Organisation der Beschäftigten abgelehnt und bezeichnete das Vorgehen der Postangestellten als "verrückt".

Im Konflikt zwischen den Gewerkschaften und dem Elektroautobauer hat das Gericht nun Tesla unterstützt. Es entschied, dass die Verkehrskontrollebehörde innerhalb von sieben Tagen Nummernschilder an das Unternehmen liefern muss, sonst droht eine Geldstrafe von einer Million schwedischer Kronen. Wie es in dem Streit weitergeht, wird sich zeigen.

Ein Vertreter der IF Metall Gewerkschaft erklärte: "Wir haben in Schweden ein Erfolgsmodell und müssen es verteidigen. Wir können noch über viele Jahrzehnte hinweg fortfahren." Doch Tesla hat bereits angekündigt, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen und der Konflikt zwischen Tesla und den schwedischen Gewerkschaften ist noch nicht beigelegt.

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