Technology

Baidu-Aktie: Folge des Verzichts auf Joyy-Übernahme

Der chinesische Technologieriese Baidu hat seine Pläne zur Übernahme von Joyy, einem an der US-Börse notierten Streaming-Dienst, endgültig aufgegeben.

Eulerpool News 2. Jan. 2024, 16:01

Baidu, der führende chinesische Technologiekonzern, hat seine Pläne zur Übernahme des US-Streaming-Anbieters Joyy aufgegeben. Wie aus einem Börsenprospekt hervorgeht, hat die Tochtergesellschaft Moon SPV Ltd den Kaufvertrag aufgekündigt, da die Bedingungen für den Abschluss des Deals bis Ende 2023 "nicht vollständig erfüllt waren". Dazu zählte auch die Genehmigung der Regierungsbehörden, die laut Reuters im Jahr 2021 jedoch wahrscheinlich nichterteilt werden würde.

Die chinesische Regierung hat in den letzten Jahren die Regularien für Technologiewerte im Land verschärft. Infolgedessen hat auch Joyy eine Erklärung abgegeben und angekündigt, sich rechtlichen Beistand zu holen, um alle Optionen bezüglich der Stornierung des Deals zu prüfen. Die Aktie von Baidu gab daraufhin im NASDAQ-Handel am Dienstag zeitweise um 3,37 Prozent auf 115,08 US-Dollar nach.

Die geplatzte Übernahme ist ein Schlag für Baidu, das sich durch die Integration von Joyy in sein Portfolio eine Stärkung seiner Position im boomenden Streaming-Markt versprochen hatte. Joyy, das zuvor als YY bekannt war, ist einer der größten Live-Streaming-Anbieter in China und hat in den letzten Jahren ein beeindruckendes Wachstum verzeichnet. Die chinesische Regierung hat jedoch in den letzten Jahren verstärkt ihre Aufsicht über Technologiewerte im Land ausgebaut, insbesondere über Fusionen und Übernahmen.

Dies ist Teil der Bestrebungen Chinas, die Kontrolle über den heimischen Markt zu stärken und die Auswirkungen von ausländischen Technologiegiganten zu begrenzen. Die Entwicklung von Baidu und Joyy ist auch ein Hinweis auf die zunehmenden Schwierigkeiten für chinesische Unternehmen, grenzüberschreitende Deals abzuschließen, insbesondere in den USA. Die verschärften Regulierungen und die angespannten politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben dazu geführt, dass chinesische Firmen mit immer mehr Hürden bei der Expansion ins Ausland zu kämpfen haben.

Für Baidu bedeutet die geplatzte Übernahme von Joyy eine Rückschlag, aber das Unternehmen ist dennoch breit aufgestellt und hat weitere Wachstumsmöglichkeiten in anderen Bereichen, wie z.B. künstliche Intelligenz und autonome Fahrzeuge. Die Absage des Deals wird jedoch sicherlich Auswirkungen auf die kurzfristige Performance von Baidu haben und zeigt erneut die Herausforderungen für chinesische Unternehmen im internationalen Geschäft.

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