Deutsche Wirtschaft erholt sich langsam – Prognosen leicht angehoben

Deutsche Wirtschaft erholt sich: Mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute heben Prognosen an – positive Signale nach schwierigem Frühjahr.

14.6.2024, 14:04
Eulerpool News 14. Juni 2024, 14:04

Die deutsche Wirtschaft scheint allmählich wieder an Fahrt zu gewinnen. Mehrere führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognosen im Vergleich zum Frühjahr angehoben. 2023 rutschte Deutschland in eine Rezession, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging um 0,2 Prozent zurück. Doch aktuelle Einschätzungen deuten auf eine langsame Erholung hin.

Laut den am Donnerstag veröffentlichten Prognosen zeigt sich die deutsche Wirtschaft etwas stabiler als erwartet. Moritz Schularick, Präsident des IfW Kiel, erklärte: „Es gibt Licht am Ende des Konjunkturtunnels. Die Zeichen mehren sich, dass sich die deutsche Wirtschaft aus der Rezession befreien kann.“ Gestützt werde die Konjunktur vor allem durch anziehende Exporte und eine Erholung des privaten Konsums. Gestiegene Löhne und sinkende Inflationsraten könnten die Konsumlust der Menschen ankurbeln.

Das IfW Kiel rechnet für das laufende Jahr mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent (Frühjahrsprognose: 0,1 Prozent). Für 2025 wird ein Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent (Frühjahrsprognose: 1,2 Prozent) erwartet. Die Inflationsrate dürfte sich bei etwa zwei Prozent einpendeln, nach 5,9 Prozent im Schnitt des vergangenen Jahres. Der Arbeitsmarkt zeige sich weitgehend robust.

Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen ist etwas optimistischer und hat seine Wachstumsprognose für 2024 von 0,3 auf 0,4 Prozent heraufgesetzt. Die konjunkturelle Erholung dürfte in den kommenden Quartalen an Schwung gewinnen, auch wenn Unsicherheiten über die Entwicklung der Energiepreise und Wirtschaftspolitik bestünden. Für 2024 wird ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,5 Prozent erwartet.

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sieht Risiken für die exportorientierte deutsche Wirtschaft vor allem in einem möglichen Wettlauf um Zölle. Die EU-Kommission hatte vorläufige Strafzölle auf E-Autos aus China angedroht, worauf Peking mit eigenen Zollerhöhungen antworten könnte. Besonders betroffen wären dann Unternehmen der Automobilbranche, die in China für den europäischen Markt produzieren, erklärte IWH-Vizepräsident Oliver Holtemöller.

Unter solchen Bedingungen wären die Chancen für eine Ausweitung der deutschen Exporte schlecht. Für das laufende Jahr rechnet das IWH jedoch mit einem Anstieg des BIP um 0,3 Prozent (Frühjahrsprognose: 0,2 Prozent). Für 2024 erwartet das Institut unverändert ein Plus von 1,5 Prozent.

Die aktuellen Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute zeigen, dass die deutsche Wirtschaft auf einem vorsichtigen Erholungskurs ist, wenngleich viele Unsicherheiten bestehen bleiben.

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