Trump schuldig gesprochen: Geschworene fällen Urteil

1.6.2024, 13:07

Historischer Prozess: Geschworene sprechen Ex-Präsident Trump in Schweigegeld-Affäre mit Pornostar schuldig.

Eulerpool News 1. Juni 2024, 13:07

Im historischen Prozess um die Verschleierung von Schweigegeld-Zahlungen an eine Pornodarstellerin haben die Geschworenen den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump in allen Punkten schuldig gesprochen. Dies teilte die Jury am Donnerstag in New York mit, was den ersten Schuldspruch eines Ex-Präsidenten in der Geschichte der USA markiert.

Trump, der während des Prozesses äußerlich ruhig wirkte, nahm das Urteil mit versteinerter Miene entgegen. In einer kurzen Stellungnahme vor dem Gerichtssaal bezeichnete er die Entscheidung als "Schande" und betonte: "Ich bin ein sehr unschuldiger Mann." Sein Anwalt Todd Blanche kündigte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen und argumentierte, die Geschworenen seien befangen und der Zeitpunkt des Prozesses sei unfair gewesen. Das Strafmaß wird am 11. Juli verkündet, kurz vor dem Nominierungsparteitag der Republikaner, auf dem Trump als Präsidentschaftskandidat gekürt werden könnte.

Die Anklage warf Trump vor, durch die Zahlung von 130.000 Dollar Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels seine Erfolgschancen bei der Präsidentschaftswahl 2016 verbessern zu wollen und den Geldfluss anschließend unrechtmäßig verbucht zu haben. Obwohl die Zahlung selbst nicht illegal war, soll Trump bei der Erstattung des Betrags an seinen damaligen Anwalt Michael Cohen Unterlagen manipuliert haben, um den wahren Grund der Transaktion zu verschleiern. Dies führte zu 34 Anklagepunkten wegen illegaler Wahlkampffinanzierung.

Prominente Republikaner reagierten empört auf das Urteil. Mike Johnson, der republikanische Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, bezeichnete das Urteil als "beschämend" und "gefährlich". Trump nutzte den Medienauflauf für seinen Wahlkampf und äußerte sich vor dem Gerichtssaal wiederholt wütend über das seiner Meinung nach politisch motivierte Verfahren.

Am Donnerstag wirkte Trump vor Gericht so entspannt wie selten zuvor. Als die Geschworenen unerwartet schnell ein Urteil verkündeten, änderte sich die Stimmung im Gerichtssaal abrupt. Trump, der zuvor noch mit seinem Anwalt geplaudert hatte, nahm das Urteil still und mit versteinerter Miene entgegen. Der Vorsitzende der Jury verkündete nacheinander alle 34 Anklagepunkte mit einem klaren "Schuldig".

Das Urteil könnte erhebliche Auswirkungen auf den gegenwärtigen Wahlkampf haben. Präsident Joe Biden schrieb auf seinem privaten X-Account, dass die einzige Möglichkeit, Trump aus dem Oval Office fernzuhalten, die Wahlurnen seien. Sein Wahlkampfteam betonte, dass niemand über dem Gesetz stehe und dass Trump eine große Bedrohung für die Demokratie darstelle. Aus dem Weißen Haus hieß es lediglich, man respektiere das Rechtsstaatsprinzip und habe keinen weiteren Kommentar abzugeben.

In New York versammelten sich nach der Urteilsverkündung zahlreiche Schaulustige vor dem Gericht. Einige feierten das Urteil mit Schildern wie "Trump convicted" und "Lock him up", während andere hitzige Diskussionen mit Trumps Unterstützern führten. Medienvertreter und ein Großaufgebot der Polizei waren vor Ort.

Der Prozess fand unter beispiellosem medialem Interesse und strengsten Sicherheitsvorkehrungen in Downtown Manhattan statt. US-Medien begleiteten das Ereignis wie ein großes Sportevent und berichteten im Minutentakt aus dem Gerichtssaal, in dem keine TV-Aufnahmen erlaubt waren.

Die Aktie von Trumps Medienunternehmen, der Trump Media & Technology Group, verlor im nachbörslichen NASDAQ-Handel zeitweise 15 Prozent. Im Freitagshandel verringerte sich das Minus jedoch auf 5,0 Prozent bei 49,25 US-Dollar.

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