Pharma

Merck im Umbruch: Rote Zahlen und Stellenabbau schockieren Anleger

Merck aus Darmstadt kündigt erneut Jobabbau an, um auf nachlassende Geschäftszahlen zu reagieren.

Eulerpool News 2. März 2024, 11:00

Das deutsche Unternehmen Merck aus Darmstadt steht erneut vor einer Herausforderung, da die Geschäfte schwächeln. Angesichts dessen kündigt der DAX-Konzern an, in seiner Elektroniksparte bis zu 230 Stellen abzubauen, wovon bis zu 100 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen sein werden. Eine Sprecherin gab am Freitag bekannt, dass ein entsprechender Interessenausgleich mit dem Betriebsrat geschlossen wurde. Dabei setzt der Konzern auf einvernehmliche und sozialverträgliche Lösungen und versucht, so viele Beschäftigte wie möglich intern zu vermitteln.

Bereits im November letzten Jahres wurde bekanntgegeben, dass Merck die Kosten in der Elektroniksparte um bis zu 90 Millionen Euro senken möchte. Dort wird unter anderem Halbleitermaterial für elektronische Geräte sowie Flüssigkristalle für Smartphones und TV-Bildschirme hergestellt. Auch Pigmente für die Automobil- und Kosmetikindustrie gehören zum Produktportfolio. Doch aufgrund der anhaltenden Nachfrageflaute in der Elektronikindustrie, dauert der Abschwung länger an als von Merck angenommen. Auch auf anderen Ebenen gab es zuletzt Rückschläge, wie beispielsweise in der Pharmasparte, wo es Probleme mit vielversprechenden Produkten gab. Die Sonderkonjunktur im Zusammenhang mit Corona-Impfstoffen, von der Merck in der Laborsparte profitiert hatte, ist ebenfalls vorbei.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat Merck bereits zwei Sparpakete umgesetzt. So wurden 200 Stellen in der Pharmasparte gestrichen und in Zentralfunktionen wie IT, Einkauf, Personal und Recht sollen bis Ende 2024 weitere 550 Jobs abgebaut werden. Bis Ende 2025 sind betriebsbedingte Kündigungen am Standort in Darmstadt sowie im nahe gelegenen Gernsheim ausgeschlossen, dank einer Beschäftigungsgarantie. In Darmstadt beschäftigt Merck allein 12.500 der insgesamt über 64.000 Mitarbeiter weltweit.

Die Umsatz- und Gewinnzahlen für das Jahr 2023 soll das Unternehmen am kommenden Donnerstag vorstellen. An der Börse notiert die Merck-Aktie über XETRA kurzzeitig bei einem Minus von 0,38 Prozent auf 157,20 Euro.

Trotz der aktuellen Herausforderungen zeigt sich Merck zuversichtlich und setzt auf eine langfristige Strategie, um die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu überwinden. Mit den angekündigten Maßnahmen wird das Unternehmen gestärkt für die Zukunft aufgestellt und hofft auf eine positive Entwicklung im kommenden Geschäftsjahr.

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