Pharma

Bayer vor US-Gericht geschlagen: Niederlage im Glyphosat-Prozess

Bayer bleibt verwundbar: Trotz Abwehrversuchen keine Sicherheit vor neuen Glyphosat-Klagen.

Eulerpool News 6. Feb. 2024, 15:00

Der Leverkusener Agrar- und Pharmakonzern Bayer sieht sich erneut mit einer Niederlage vor Gericht konfrontiert. Am Montag entschied das 11. Berufungsgericht in Atlanta, dass das Unternehmen trotz seiner Versuche nicht vor Klagen im Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup geschützt ist.

Ein Arzt aus Georgia hatte gegen Bayer geklagt und behauptet, dass Roundup bei ihm Krebs verursacht habe. Die Entscheidung des Gerichts ist ein weiterer Rückschlag für das Unternehmen, das bereits mit Tausenden ähnlichen Klagen konfrontiert ist und möglicherweise Milliardenschäden befürchten muss.

Die Klageabweisung hatte Bayer erhofft, da mehrere andere Berufungsgerichte zuvor zu demselben Ergebnis gekommen waren. Der Konzern teilte mit, dass er das Urteil nicht akzeptiere und weiterhin hinter seinen Roundup-Produkten stehe.

Diese würden als sicher bewertet, wie es von dem Unternehmen heißt. Bayer hatte gehofft, dass das 11. Bundesberufungsgericht in dieser Frage von den anderen Gerichten abweichen würde, um eine mögliche Klärung durch den Obersten Gerichtshof der USA zu ermöglichen. Denn Bayer setzt auf ein positives Urteil des Obersten Gerichtshofs, um seine Haftung im Zusammenhang mit Roundup zu begrenzen.

Die Klagen gegen Bayer resultieren aus der Übernahme des Glyphosat-Entwicklers Monsanto. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe gegen das Herbizid stets zurückgewiesen und betont, dass Behörden weltweit das Mittel als nicht krebserregend einstufen.

Die Krebsforschungsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation WHO hingegen bewertete den Wirkstoff 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“. Mit der Übernahme von Monsanto hat sich Bayer jedoch auch die damit verbundenen Rechtsstreitigkeiten ins Haus geholt und sieht sich nun mit einer Welle von Klagen konfrontiert.

Die Entscheidung des 11. Bundesberufungsgerichts ist ein Dämpfer für Bayer und zeigt, dass das Unternehmen weiterhin mit rechtlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit Roundup rechnen muss. Trotz der Niederlage vor Gericht betont Bayer jedoch, dass es voll und ganz hinter seinen Roundup-Produkten steht und diese als sicher bewertet.

Wie es in einer offiziellen Mitteilung heißt, hofft das Unternehmen auf eine baldige Klärung durch den Obersten Gerichtshof der USA, um die Haftung im Zusammenhang mit Roundup begrenzen zu können.

Die Situation bleibt für Bayer jedoch weiterhin angespannt, da immer mehr Verbraucher und Behörden Fragen zur Sicherheit des Unkrautvernichters aufwerfen.

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