Economics

Konjunkturindikator zeigt Rückgang: Prognose für Euro-Zone zunehmend gedämpft

Im Oktober sank der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft auf 46,5 Punkte, entgegen der Expertenerwartungen

Eulerpool News 24. Okt. 2023, 11:22

Wie eine Umfrage des Finanzdienstleisters S&P Global zeigt, hat die Wirtschaft im Euroraum im Oktober ihre Talfahrt beschleunigt. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft, der Industrie und Service-Sektor zusammenfasst, sank um 0,7 Punkte auf 46,5 Zähler. Dies ist der niedrigste Stand seit drei Jahren und liegt deutlich unter den Erwartungen der Experten, die von einem leichten Anstieg auf 47,4 Punkte ausgingen.

Experten warnen vor Rezession in der Euro-ZoneDer Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank (HCOB), Cyrus de la Rubia, der die Umfrage sponsert, sieht die Konjunktur in der Euro-Zone weiterhin auf Talfahrt. Insbesondere das verarbeitende Gewerbe befindet sich bereits seit 16 Monaten im Abwärtstrend und auch der Dienstleistungssektor verzeichnet seit drei Monaten rückläufige Zahlen.

Insgesamt deuten diese Entwicklungen auf ein schwaches drittes Quartal hin. "Wir wären also nicht überrascht, wenn wir in der zweiten Jahreshälfte eine leichte Rezession in der Euro-Zone erleben würden", warnte de la Rubia.

Leitzinsen belasten die Wirtschaft weiterhinEin weiterer Faktor, der die Konjunktur in der Euro-Zone belastet, sind die stark gestiegenen Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese wurden in den letzten Jahren mehrfach angehoben, um der Inflation entgegenzuwirken. Mittlerweile zeigen sich erste Erfolge in diesem Kampf, was dazu führt, dass Experten davon ausgehen, dass die EZB auf ihrer Zinssitzung am Donnerstag in Athen eine Zinspause beschließen wird.

Seit Sommer 2012 hat die EZB die Schlüsselsätze bereits zehn Mal in Serie erhöht und könnte nun mit einem Einlagensatz von 4,00 Prozent vorerst den Zinsgipfel erreicht haben.

Ein möglicher Beginn einer Rezession und die ungewisse Zukunft der Leitzinsen sorgen für Verunsicherung bei Investoren. Die Experten raten daher zur Vorsicht bei Investitionen in die Euro-Zone und empfehlen eine genaue Beobachtung der Entwicklung in den kommenden Monaten.

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