Kreditboom in China: Banken starten mit Rekordvergabe ins neue Jahr

12.2.2024, 17:00

Chinesische Wirtschaft in der Zwickmühle: Preissturz und Immobilienkrise treffen hart, Banken reagieren mit Kreditflut.

Eulerpool News 12. Feb. 2024, 17:00

Chinas Wirtschaft befindet sich in einem Kampf mit sinkenden Preisen und einer immer ernster werdenden Immobilienkrise. Um gegenzusteuern, verfolgen die Banken eine großzügige Kreditvergabe. Zu Beginn des Jahres haben chinesische Banken Rekordsummen an neuen Krediten vergeben und damit Impulse für die Konjunkturerholung gesetzt.

Laut Daten der Notenbank wurden im Januar neue Darlehen in lokaler Währung in Höhe von umgerechnet beeindruckenden 634,5 Milliarden Euro ausgegeben. Das ist mehr als das Vierfache des Vormonats Dezember. Üblicherweise sind die Banken zu Jahresbeginn besonders aktiv, um sich frühzeitig Marktanteile und Premiumkunden zu sichern.

Dennoch hat das hohe Kreditvolumen im Januar sogar Fachleute überrascht - Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einer Summe von 581 Milliarden Euro gerechnet.

Die Volksrepublik China hat seit dem Ende der Corona-Eindämmungsmaßnahmen Ende 2022 Schwierigkeiten, an die starke Konjunktur vor der Pandemie anzuknüpfen. Um die Wirtschaft zu unterstützen, hat die Zentralbank kürzlich den Reservesatz für Geschäftsbanken um einen halben Prozentpunkt gesenkt, wodurch umgerechnet 128 Milliarden Euro an Liquidität in das Finanzsystem freigesetzt wurden.

Die Wirtschaftslenker in Peking haben angekündigt, die Konjunktur weiter zu stärken. Die Zentralbank verfolgt dabei eine flexible Linie, um die Inlandsnachfrage anzukurbeln und gleichzeitig die Preisstabilität zu gewährleisten. In der Volksrepublik China sind die Preise zu Jahresbeginn so stark gefallen wie seit über 14 Jahren nicht mehr. Dies schürt die Sorge vor einer deflationären Entwicklung, die die Konjunktur beeinträchtigen könnte.

Im Jahr 2023 wuchs die Wirtschaft um 5,2 Prozent und erreichte damit das von der Führung vorgegebene Ziel. Allerdings verlief die Erholung weit weniger glatt als von Experten erwartet. Die sich verschärfende Immobilienkrise und die Zurückhaltung der Konsumenten haben jedoch Auswirkungen auf die Aussichten für das laufende Jahr.

Die chinesische Zentralbank und die Regierung haben angekündigt, die Konjunktur weiter mit verschiedenen Maßnahmen zu stützen. Dabei sollen sowohl die Inlandsnachfrage angekurbelt als auch die Preisstabilität gewahrt werden.

Die kürzliche Senkung des Reservesatzes für Geschäftsbanken ist nur eine von vielen Maßnahmen, die die Volksrepublik ergreift, um die wirtschaftliche Situation zu stabilisieren. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um den Herausforderungen entgegenzuwirken, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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