Bauindustrie Skeptisch: Zweifel am Zeitplan für Schienensanierungsprojekte

Die Deutsche Bahn plant, bis zum Jahr 2030 40 besonders stark frequentierte Strecken zu reaktivieren und diese für mehrere Monate zu schließen. Die Bauindustrie kritisiert, dass dies in der vorgesehenen Zeit nicht zu schaffen sei.

14.1.2024, 17:00
Eulerpool News 14. Jan. 2024, 17:00

Bis zum Jahr 2030 plant die Deutsche Bahn die umfassende Sanierung von insgesamt 40 stark frequentierten Streckenabschnitten, für die jeweils mehrere Monate lang Sperrungen vorgesehen sind. Diese ambitionierten Pläne werfen jedoch bei der Bauindustrie Zweifel auf.

Die Realisierung dieser großen Bauprojekte im deutschen Schienennetz scheint nach Meinung der Bauindustrie nicht wie geplant möglich. Als Erstes wird im kommenden Sommer die Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim saniert, eine rund 70 Kilometer lange Strecke, die von rund 300 Zügen pro Tag befahren wird, darunter auch zahlreiche ICE-Züge.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat sich bereits einen persönlichen Eindruck von den Herausforderungen auf dieser Strecke gemacht. Laut Aussagen des Bahnvorstands kommt es dort täglich mindestens zu einer Störung. Das Konzept des Verkehrsministers wird von Bauindustriepräsident Peter Hübner unterstützt.

"Durch die Vollsperrung können wir effizienter arbeiten, größere Maschinen einsetzen und die Produktivität steigern", so Hübner gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Allerdings bezweifelt er die Umsetzbarkeit der beschlossenen Korridorprojekte. "Sie sind zu komplex und zu umfangreich", fügte er hinzu. "Es ist nahezu unmöglich, in fünf Monaten ein Auftragsvolumen von 600 Millionen Euro abzuschließen, selbst wenn tausend Arbeiter Tag und Nacht im Einsatz wären."

In der Bauwirtschaft herrscht mit Blick auf die Großprojekte eine abwartende Stimmung. "Niemand möchte täglich mit negativen Schlagzeilen in der Presse erscheinen", kritisierte der Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie. "Die Projekte sind zu groß, das Projekmanagement der Bahn ist überlastet und es wird versucht, zu viel in zu kurzer Zeit zu erreichen."

Auch Hübner äußerte Zweifel an der Umsetzbarkeit der Korridore: "Die Idee an sich ist gut, aber auf diese Art und Weise wird die Bahn niemals das erreichen, was sie sich vorgenommen hat. Ich frage mich, wer diese Pläne überhaupt gemacht hat."

Trotz der Bedenken der Bauindustrie hält die Deutsche Bahn an ihrem Zeitplan fest und betont die Notwendigkeit der Sanierungen, um die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Schienennetzes zu gewährleisten.

Wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bahn und der Bauindustrie unerlässlich sein wird, um die Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

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