BaFin bekommt vermehrt Beschwerden über Banken

10.4.2023, 18:00

Die Zahl der Reklamationen über Banken und Finanzinstitute im Jahr 2022 um ein Fünftel auf 15.000 gestiegen

Eulerpool News 10. Apr. 2023, 18:00

Verbraucherschützer berichten von einer zunehmenden Verunsicherung der Kunden - und das trotz der Aussage der Deutschen Kreditwirtschaft, der Interessenvertretung der hiesigen Finanzinstitute, dass der deutsche Bankenmarkt äußerst stabil und robust sei.

Diese Verunsicherung wird durch die Erhebungen der Bafin untermauert, denen zufolge die Zahl der Reklamationen über Banken und Finanzinstitute im Jahr 2022 um ein Fünftel auf 15.000 gestiegen ist.

Die Kunden beklagten sich demnach am häufigsten über Kontosperrungen oder -schließungen, Probleme mit Karten und zivilrechtliche Fragen.

Dieser Vertrauensverlust in die Finanzbranche wird auch durch eine Umfrage des Beratungsunternehmens EY belegt, nach der 31 Prozent der Deutschen wenig oder kein Vertrauen haben.

Der Grund für diese Vertrauenskrise ist laut Sascha Straub, Referatsleiter für Finanzthemen der Verbraucherzentrale Bayern, dass die Branche immer wieder die Bedingungen zu ihren Gunsten angepasst habe. Dies wurde durch die Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) im April 2021, wonach die Kontogebühren nicht ohne explizite Einwilligung der Kunden erhöht werden können, deutlich. Ein Experte eines deutschen Branchenverbands erklärt, dass die Zustimmung von über 110 Millionen Kontoinhabern in Deutschland einzuholen eine immense Belastung für die Geldhäuser sowohl finanziell als auch bürokratisch sei.

Niels Nauhauser, Experte für Banken und Altersvorsorge in der Stuttgarter Verbraucherzentrale, ergänzt, dass allein die Tatsache, dass Verbraucher immer mehr Rat suchen, Beweis genug sei, dass sie den Instituten nicht ganz vertrauen. Dies wird untermauert durch die Erfolge der Verbraucherschützer, die in anderen Bundesländern Urteile gegen einseitige Zinsanpassungen bei Prämiensparverträgen, nicht nachvollziehbare Nachhaltigkeitsversprechen in der Geldanlage oder Änderungen in den Geschäftsbedingungen ohne explizite Zustimmung der Kunden erstritten haben.

Trotz der Turbulenzen um die Credit Suisse und der jüngsten Bankenturbulenzen sehen die Branche selbst und die Deutsche Kreditwirtschaft den Markt als robust an. Sie verweisen auf die Tatsache, dass es in jeder Branche, die Dienstleistungen im Massengeschäft anbietet, zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Kunde und Bank kommen kann.

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