Wintershall DEA spürt die Auswirkungen sinkender Gaspreise

31.10.2023, 12:00

Wintershall DEA erlebte im dritten Quartal Einbußen, hauptsächlich bedingt durch fallende Gaspreise

Eulerpool News 31. Okt. 2023, 12:00

Wintershall DEA, der führende Öl- und Gaskonzern, verzeichnete im dritten Quartal aufgrund niedrigerer Gaspreise ein spürbares Ergebnis. Laut dem am Montag in Kassel veröffentlichten Bericht der BASF-Mehrheitsbeteiligung, ging der Ebitdax im Vergleich zum Vorjahr um 53 Prozent auf 964 Millionen Euro zurück.

Die Fördermenge sank aufgrund ungeplanter Wartungsarbeiten in Norwegen leicht. Der russische Geschäftsbereich ist nicht mehr in den Zahlen enthalten, da Wintershall DEA sich aus diesem Markt zurückziehen möchte. Zusätzlich zu diesen Herausforderungen verzeichnete das Unternehmen Kosten für das vor kurzem angekündigte Sparprogramm sowie Wertberichtigungen für Vermögenswerte in Nordafrika und dem Nahen Osten.

Dies führte zu einem Quartalsverlust von 535 Millionen Euro, im Vergleich zu einem Gewinn von 388 Millionen Euro im Vorjahr.

Um die Belastungen auszugleichen, plant Wintershall DEA, im Rahmen des Sparprogramms rund 500 Arbeitsplätze zu reduzieren, hauptsächlich in Deutschland. Das Unternehmen beschäftigte zuletzt über 2.000 Mitarbeiter. Darüber hinaus sollen Verwaltungskosten durch eine Umstrukturierung des Organisationsmodells gesenkt werden. Ab dem nächsten Jahr wird Wintershall DEA nur noch einen Hauptstandort in Kassel haben und der Vorstand wird von fünf auf drei Mitglieder verkleinert.

Diese Maßnahmen sollen zu jährlichen Einsparungen von rund 200 Millionen Euro führen. Das Unternehmen bestätigte sein im Juli reduziertes Jahresziel für die Fördermenge und strebt weiterhin eine Produktion von 325.000 bis 340.000 Barrel Öläquivalent pro Tag bis 2023 an. Im Jahr 2022 förderte das Unternehmen 321.000 Öläquivalent pro Tag ohne Russland und insgesamt 597.000 inklusive Russland. Im dritten Quartal lag die Produktion bei 324.000 Öläquivalent pro Tag. Wintershall DEA entstand 2019 aus dem Zusammenschluss von Wintershall Holding und DEA.

Die BASF hält über 70 Prozent der Anteile an Wintershall DEA und der Rest gehört der Beteiligungsgesellschaft LetterOne. Im XETRA-Handel verzeichnete die BASF-Aktie einen Anstieg um 0,80 Prozent auf 41,79 Euro.

Trotz der Herausforderungen im dritten Quartal bleibt Wintershall DEA zuversichtlich und setzt ihre Wachstumsstrategie fort. Durch das Sparprogramm und die geplante Reduktion von Arbeitsplätzen und Verwaltungskosten, sowie die Bestätigung des Jahresziels für die Fördermenge, zeigt das Unternehmen seine Entschlossenheit, in Zukunft erfolgreich zu sein. Investoren können gespannt auf die Zukunft von Wintershall DEA und seine Rolle in der sich ständig wandelnden Öl- und Gasbranche sein.

Die besten Investoren analysieren mit Eulerpool
fair value · 20 million securities worldwide · 50 year history · 10 year estimates · leading business news

Für 2 € sichern

Favoriten unserer Leser