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Walmart reagiert auf Vorwürfe! Kambodscha-Lieferungen auf dem Prüfstand - Aktie vorbörslich stabil!

Walmart und Centric Brands überprüfen ihre Lieferketten aus Kambodscha nach Vorwürfen gegen die dortigen Arbeitsverhältnisse

Eulerpool News 22. Aug. 2023, 10:00

Walmart und Centric Brands überprüfen nach Vorwürfen ihre Lieferketten aus Kambodscha.

Der US-Verband für Kleidung und Schuhwerk (AFFA) hatte in einem Schreiben an die kambodschanische Botschaft in Washington dem Verdacht Ausdruck verliehen, dass Gefangene des "Correctional Center 2" (CC2) unter fragwürdigen Bedingungen, vor allem für den Export in die USA, Kleidung und andere Produkte fertigten. Walmart betonte, die Vorwürfe seien besorgniserregend und alle Menschen müssten mit Würde behandelt und nicht ausgebeutet würden. Auch Centric aus der EU erklärte, das Unternehmen übe sofort Handlung und lege Importe aus Kambodscha auf Eis.

Der internationale Handel mit von Gefangenen gefertigten Gütern ist in den USA und Kambodscha illegal. Kambodscha ist der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) mit Mitglied und erlaubt nur freiwillige Arbeit von Gefangenen. Gemäß einem Regierungsvertreter seien bereits drei lokale Unternehmen wegen des Verdachtes, Hausschuhe von Insassinnen des CC2 für die Exporte in die EU und nach Japan produziert zu haben, Gegenstand Ermittlungen, mit Geldstrafen und Sperren der Export-Lizenzen versehen.

Nach Aussage von vier Personen, darunter zwei ehemalige Insassinnen des CC2, schienen die Güter in Zusammenhang mit Walmart und einem Centric-Partner zu stehen. Die ehemaligen Gefangenen zeigten zwei nach ihren Angaben im Gefängnis gefertigten Waren mit entsprechenden Labeln auf, die offenbar für den Export in die USA bestimmt waren. Centric stellt bereits externe Prüfungen in den vergangenen Jahren in Aussicht, laut denen bis jetzt keine Hinweise auf Gefängnis-Arbeit vorlägen.

Dagegen berichteten mehrere ehemalige Insassinnen, sie hätten in dem Gefängnis unter anderem Hemden, Hosen, Hausschuhe und Einkaufstaschen produziert. Frauen, die sich der Arbeit verweigerten, würden in andere Zellen verlegt. Eine ehemalige Gefangene sagte Reuters: "Wir wollten nicht arbeiten, aber wir mussten arbeiten." Statt des üblichen Mindestlohns von 200 Dollar, den Beschäftigte in der Bekleidungsindustrie erhalten sollen, würden die Fertigenden im CC2 mit 1,75 bis 5 Dollar pro Monat entlohnt.

Die neue Regierung Kambodschas - welche im Juli Wahlen abgehalten hat - kann sich nun um die Vorgänge kümmern, sagte Staatssekretär Sok Sopheak Reuters.

Währenddessen gewinnt die Walmart-Aktie im vorbörslichen NYSE-Handel zeitweise 0,04 Prozent auf 158,00 US-Dollar.

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