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US-Kartellbehörde klagt Amazon wegen wettbewerbswidriger Praktiken an

Die FTC geht gegen den E-Commerce-Riesen Amazon vor, aufgrund dessen Umgang mit dem eigenem Marktplatzgeschäft

Eulerpool News 27. Sept. 2023, 08:00

Die US-Wettbewerbsbehörde FTC und 17 Bundesstaaten haben eine mit Spannung erwartete Klage gegen den Onlineriesen Amazon eingereicht. Diese Kartellklage ist die vierte, die die FTC gegen Amazon einreicht.

Zuletzt verklagte die Behörde, die in den USA sowohl über das Wettbewerbsrecht als auch den Verbraucherschutz wacht, Amazon im Zusammenhang mit seinen Prime-Abos, die schwer zu kündigen seien. Außerdem wurde Amazon wegen mangelnden Datenschutzes bei seinen Sprachassistenten Alexa, Ring-Überwachungskameras und -Alarmen verklagt.

Zuletzt stimmte Amazon einer Strafzahlung von 30 Millionen US-Dollar zu, hielt jedoch fest, dass man sich nicht mit der FTC in der Sache einigt.

Bei der jüngsten Klage ist die FTC-Chefin Lina Khan im Fokus. Khan ist als Kritikerin der großen Tech-Konzerne bekannt und die jüngste Klage zum Marktplatz von Amazon gilt als wichtiger Test für sie. Khan ist erst seit Juni 2021 im Amt.

Bereits 2017 sorgte sie mit ihrem Akademiker-Artikel im "Yale Law Journal" mit dem Titel "Das Amazon-Paradox" für Aufsehen. Sie war anschließend maßgeblich an der Untersuchung im US-Kongress beteiligt, die Apple, Amazon, Facebook und Google als Monopol erklärte.

Wenige Wochen nach ihrem Amtsantritt beantragte Amazon erfolglos, dass sie wegen vermeintlicher Voreingenommenheit nicht an Wettbewerbsfragen zu Amazon arbeiten dürfe.

Bei dieser Klage nimmt die Federal Trade Commission (FTC) das "Marktplatzgeschäft" von Amazon ins Visier. Die US-Wettbewerbsaufsicht wirft Amazon vor, ein Monopol über weite Teile des Online-Einzelhandels illegal zu schützen, indem es die Händler seines Marktplatzes unter Druck setzt und seine eigenen Produkte bevorzugt.

Amazon macht mittlerweile mehr als die Hälfte der Umsätze im Online-Geschäft von Amazon aus. Die FTC hält Amazon vor, die Händler auf seiner Plattform für externe Anbieter daran zu hindern, anderswo niedrigere Preise anzubieten. Zudem müssten Händler mit dem Logistikdienst von Amazon versenden, wenn sie als Teil des Prime-Abonnementpakets angeboten werden wollen.

Khan sagte, dass die Klage darauf abzielt, Amazon für die monetären Praktiken zur Rechenschaft zu ziehen und das verlorene Versprechen eines freien und fairen Wettbewerbs wiederherzustellen. Sie argumentierte, dass Amazon-Verkäufer einen US-Dollar pro zwei verdienten Dollar an Amazon zahlen müssten, wodurch die Preise für Verbraucher höher und das Einkaufserlebnis schlechter werde.

Die Amazon-Aktie verlor nach der FTC-Mitteilung in New York mehr als drei Prozent. Amazon kritisierte die Klage und nannte sie falsch, was die Fakten und Gesetze betreffe. Man kündigte an, sie vor Gericht anzufechten. Der Konzern geriet in letzter Zeit zusammen mit anderen Tech-Unternehmen verstärkt in die Kritik von Politikern beider Parteien. Immerhin sind zwei der 17 Bundesstaaten, die an der Klage beteiligt sind, von Republikanern geführt.

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