Stadtwerke nehmen Telekom ins Visier

19.5.2023, 08:00

Das Problem: 41 von 66 kommunalen Unternehmen gaben an, dass es einen "Überbau" bei ihnen gebe oder dass sich dieser abzeichne

Eulerpool News 19. Mai 2023, 08:00

Der Glasfaser-Ausbau in Deutschland nimmt zwar zügig Fahrt auf, doch sorgt er bei den Stadtwerken für Unmut und Besorgnis.

Beim Internet-Ausbau wird auch dort Glasfaser verlegt, wo es bereits andere Glasfaserleitungen gibt oder deren Verlegung längst geplant ist. Eine Umfrage des kommunalen Verbändes VKU bestätigt das Problem: 41 von 66 kommunalen Unternehmen gaben an, dass es einen "Überbau" bei ihnen gebe oder dass sich dieser abzeichne.

Der Ärger der Stadtwerke gilt vor allem der Deutschen Telekom, doch setzen auch andere Firmen auf Überbau, um im Markt Fuß zu fassen. Der Chef des VKU, Ingbert Liebing, wertet das Umfrageergebnis als "Weckruf an die Bundesregierung". Sie müsse handeln.

Ein Verbot schädlichen Überbaus sei auch ein Thema. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes forderte den Bund auf, als Anteilseigner der Telekom sein Mitspracherecht zu nutzen, um strategischen Überbau zu verhindern. Überbau schwebe "wie ein Damoklesschwert über jedem neuen Ausbauvorhaben" und hemme die Investitionsbereitschaft.

Telekom-Chef Tim Höttges schüttelte hierzu nur den Kopf. "Das Narrativ von kleinen Anbietern, die von der großen Telekom überbaut werden, zieht meines Erachtens nicht." Ein Telekom-Sprecher sagte dazu, dass es falsch wäre, "die Dynamik im Ausbau durch politische Eingriffe zu bremsen", stattdessen müsse die Ausbaudynamik erhöht werden.

Man sitze mit der Industrie in einem Boot, um Deutschland seine Ausbauziele für Glasfaser bis in die Wohnung (FTTH) zu erreichen. Doch das Problem ist gravierend, und so schwebt wie ein Damoklesschwert über jedem neuen Ausbauvorhaben, das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 flächendeckend Glasfaser auszubauen, ist gefährdet.

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