ProSiebenSat.1 streicht die Dividende zusammen

1.5.2023, 15:00

Anstatt die Hälfte des bereinigten Konzernjahresüberschusses, will das Unternehmen nur noch 25 bis 50 Prozent ausschütten

Eulerpool News 1. Mai 2023, 15:00

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hatte am Donnerstagabend bekannt gegeben, dass die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr drastisch zusammengestrichen wird.

Statt der für 2021 ausgeschütteten 80 Cent sollen es für 2022 nur noch fünf Cent geben. Experten hatten hingegen mit 66 Cent gerechnet. Hintergrund für die Kürzung ist eine neue Dividendenpolitik, bei der neben dem allgemeinen wirtschaftlichen Umfeld und dem bereinigten Konzernjahresüberschuss nunmehr auch ein "angemessenes Niveau" des Verschuldungsgrads und die Erfordernisse zu Investitionen in das operative Geschäft, einschließlich zur Umsetzung strategischer Wachstumsoptionen, insbesondere im Kerngeschäft Entertainment, berücksichtigt werden. Statt wie bisher die Hälfte des bereinigten Konzernjahresüberschusses, will das Unternehmen nur noch 25 bis 50 Prozent an die Aktionäre ausschütten.

Umsatzerlöse und Ergebnis für 2022 sanken aufgrund des schwachen Marktumfeldes. So gaben die Umsatzerlöse um 7,4 Prozent auf 4,163 Milliarden Euro nach, während das adjusted EBITDA 19,4 Prozent nachgab und das adjusted Net Income um 17,4 Prozent auf 301 Millionen Euro rutschte. Für 2023 erwartet das Unternehmen ein leichtes organisches Umsatzwachstum, aber Analysten äußerten sich vorsichtig. Obwohl die Prognose des Unternehmens mit den Schätzungen übereinstimme, basiere sie auf der Annahme eines schwachen ersten Halbjahres und einer deutlichen Erholung des Werbemarktes im zweiten Halbjahr.

Erfreuliche Nachrichten gab es am Freitag durch die Übernahme weiterer Teile der Tochter Jochen Schweizer. ProSiebenSat.1 hatte sich mit dem gemeinsamen US-Investor General Atlantic geeinigt, dessen Anteil an der Gutschein-Tochter zu übernehmen. Somit halte der Konzern nun direkt 89,9 Prozent von Jochen Schweizer mydays. Bis zum 31. März 2025 könnten diese Anteile aufgrund einer Vereinbarung erworben werden. Die regulativen Fragen zum Geschäft von Jochen Schweizer mydays, die zuletzt für Probleme sorgten, wurden im März angepasst, sodass das Produktangebot ohne Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht weiter betrieben werden kann. Der Konzern kooperiert derzeit mit den zuständigen Behörden und lässt eine interne Untersuchung durch eine externe Rechtsanwaltskanzlei durchführen, um etwaiges Fehlverhalten aufzuklären. Die möglichen finanziellen Belastungen für den Konzern sind derzeit noch nicht abzusehen.

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