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Elektro-Kompaktwagen Ora Funky Cat fordert den Markt heraus

Der Ora Funky Cat stellt eine gute Alternative zum VW ID.3 Modell dar, denn es hat eine ähnliche Maße sowie Reichweite

Eulerpool News 28. Mai 2023, 11:00

Selten erregte ein Testwagen so viel positive Aufmerksamkeit wie der niedliche Ora Funky Cat aus Fernost: Bunt, knuffig und chinesisch – der Kompaktwagen schon fast dazu auf, ihn zu unterschätzen.

Doch er kann mit hiesigen Elektroautos durchaus mithalten. Kulleraugen, ein Retro-Styling mit futuristischem Leuchtband-Heck, Zweifarb-Lack und das ungewohnte Ausrufezeichen-Logo auf der Motorhaube treffen offenbar den Geschmack hiesiger Passanten. Auch wenn die eigentliche Zielgruppe junge chinesische Stadtbewohner sind.

Mit 4,24 Metern Länge fast exakt so groß wie ein VW ID.3, überzeugt der Ora Funky Cat auf den ersten Blick durch sein verspieltes Design – auch wenn er innen und vor allem hinter den beiden Vordersitzen deutlich knapper geschnitten ist. Der Kofferraum ist mit 228 Litern nachgerade klein und zudem durch die hohe Ladekante nur schwer zu bestücken. Fahrer und Beifahrer sitzen hingegen luftig auf verbindlich gepolstertem Gestühl, das für Großgewachsene aber etwas schmal geschnitten ist. Das Cockpit ist wie auch die Karosserie einwandfrei gearbeitet, die Materialien wirken der Preisklasse angemessen wertig. Mit seinem 126 kW/171 PS starken E-Antrieb, der dem Kompaktauto einen agilen Charakter verpasst, schlägt sich der Ora hingegen schon recht wacker. Der relativ hohe Aufbau und die leicht erhöhte Sitzposition mögen für schnelles Fahren auf kurvigen Landstraßen hinderlich sein, im städtischen Alltag hingegen sorgen sie für gute Übersicht und bequeme Körperhaltung.

In Sachen Verbrauch überzeugt der Kompaktwagen jedoch voll: Knapp 16 kWh zieht der permanent erregte Synchronmotor bei mildem Frühlingsklima aus der im Testwagen montierten 59,3 kWh (netto) großen Batterie, so dass realistisch knapp 400 Kilometer Reichweite mit vollem Akku möglich sind. Doch wer im Alltag nur wie empfohlen auf 80 Prozent lädt, kommt mehr als 300 Kilometer weit, bevor er wieder an der Steckdose andockt. Auch wenn die serienmäßigen 11 kW dreiphasig die mittlerweile branchenweit übliche Standard-Performance abruft, ist die Stromquelle für den Fünfsitzer eigentlich die heimische Wallbox – dort lässt sich mit maximal 67 kW Ladeleistung, die in der Praxis mit zunehmendem Akku-Füllstand zudem deutlich nachlassen, nur schwer schnell tanken. Wer den Kompaktstromer als reinen Zweitwagen nutzt, sollte daher überlegen, sich die günstigere Variante mit kleinem LFP-Akku (45,5 kWh netto) zu besorgen, die laut Hersteller für 310 Kilometer reicht. Denn mit einem Startpreis von 44.500 Euro ist der Ora Funky Cat mit großer Batterie sicher kein Schnäppchen. An Bord finden sich neben dem schon im Basismodell serienmäßigen Assistentenpaket auch ein Panoramadach, eine elektrische Heckklappe, eine Wärmepumpe für effiziente Klimatisierung und klimatisierte Massagesitze.

Das stylische Design, die große Batterie und die umfangreiche Ausstattung rechtfertigen den nicht ganz günstigen Preis durchaus. Ein wenig mehr Europäisierung und Feinabstimmung beim Infotainmentsystem und eine leistungsfähigere Schnellladefunktion wären dennoch wünschenswert. Spätestens dann sollte niemand mehr die freche Katze aus Fernost unterschätzen.

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