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Jolt Energy: Neue Stromtankstellen für die Stadt

Durch die neuen Stromzapfsäulen soll Zeit und Geld gespart werden, durch die Nutzung von herkömmlichen Niederspannungsanschlüssen

Eulerpool News 6. Mai 2023, 17:00

Maurice Neligan, ein Münchner Gründer, will das Problem des langen Wartens auf die Verlegung einer leistungsfähigen Leitung für eine neue Stromtankstelle mit seinem Start-up Jolt Energy lösen.

Die Stromzapfsäulen versehe er mit Batterien, sodass Elektroautos binnen weniger Minuten geladen werden können.

Der 56-Jährige ist kurz davor, von einem international tätigen Infrastrukturinvestor einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag einzusammeln. „Ich war in der Automobilindustrie in Deutschland tätig, als der Dieselskandal bekannt wurde. Da ist mir klar geworden, dass das Ende des Verbrenners gekommen ist“, erläutert Neligan seine Motivation, ins Geschäft mit der Elektromobilität einzusteigen.

Er konzentriert sich auf Großstädte, denn dort gibt es viel Bedarf, aber dort ist es auch besonders schwierig Ladestationen zu errichten. Mit den Anlagen lassen sich Elektrofahrzeuge mit einem herkömmlichen Niederspannungsanschluss installieren, was Zeit und Geld spart gegenüber herkömmlichen Schnellladesäulen, die ein Netzaufrüsten erfordern. „Der Strom kann kontinuierlich aus dem Netz bezogen werden“, erklärt Thomas Speidel, Geschäftsführer von ADS-Tec Energy, dem Elektronikspezialisten, der die Ladesäulen an Jolt Energy liefert.

Experten halten das Konzept für vielversprechend. „Mit dem Jolt-Ansatz kann die Zahl der Ladepunkte schneller ausgebaut werden als mit dem sonst notwendigen hohen Installationsaufwand“, sagt Professor Werner Tillmetz von der Universität Ulm.

Zudem könnten viele Kosten für den Netzausbauerspart werden.

Jolt Energy sucht die Standorte für die Stromtankstellen aus, baut die Anlagen auf und betreibt sie auch. Die Grundstückseigentümer werden am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt. Zudem versucht Neligan, Reklameflächen auf den Ladesäulen zu vermarkten.

Derzeit betreibt Jolt Energy 40 Ladepunkte in Deutschland. In anderthalb Jahren sollen es europaweit 1000 sein. Parallel dazu will der Gründer sein Team aufstocken und mittelfristig eine halbe Milliarde Euro bei Investoren einsammeln.

Das entscheidet sich nicht zuletzt in den Amtsstuben, denn obwohl die Ladesäulen keinen Netzausbau erfordern, kämpft Neligan mit der Bürokratie. „Der Knackpunkt sind die Stadtwerke und Energieversorger. Zum Teil müssen wir sehr lange auf die Niederspannungs-Netzanschlüsse warten“, sagt er. Mittlerweile sind immer mehr Elektroautos auf den Straßen unterwegs, aber nicht alle Besitzer haben die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge zu Hause oder in der Firma zu laden. Daher braucht es öffentliche Stromtankstellen und Jolt Energy will massenhaft welche aufstellen. Die Anforderungen des Geschäfts sind vielfältig und deshalb kommt Neligans Erfahrung als Automanager von großen Konzernen wie Siemens, Continental und VW sehr zu Gute.

Auch andere Unternehmen bieten Ladesäulen mit Batteriespeichern an. So plant das Start-up Numbat aus Kempten Tausende Stromtankstellen vor Supermärkten und Adaptive Balancing Power aus Pfungstadt hat eine Lösung mit Hochleistungs-Schwungmasse-Speichern anzubieten. Diese sollen ebenfalls Schnellladen ohne aufwendigen Netzausbau ermöglichen.

Es wird spannend abzuwarten, ob Neligans Expansionskurs gelingt. Die technischen und bürokratischen Herausforderungen sind groß, aber seine Ladesäulen versprechen ein schnelleres Laden von Elektroautos ohne den Aufwand des Netzausbaus.

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