Ist die Fusion zwischen UBS und CS zum scheitern verurteilt?

Laut Bankfachmann Bris ist das Potenzial begrenzt und geht mit geringeren Erträgen einher, z.B. weil Kundengelder abfließen

3.4.2023, 20:00
Eulerpool News 3. Apr. 2023, 20:00

Der Bankenfachmann Arturo Bris sieht die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS unter keinem guten Stern.

Der Ökonom plädiert daher für eine Weiterführung der CS als Schwesterbank der UBS.

Dabei sollte das Management der beiden Banken klar getrennt werden.

"Das einzig gute Modell für die Schweiz ist, dass die beiden Banken im Retail-Bereich getrennt agieren", sagte er.

Bris, Finanzprofessor an der privaten Wirschaftshochschule IMD in Lausanne und Singapur, nennt für sein Urteil einen einfachen Grund: Die Übernahme der Credit Suisse könnte für die UBS teuer werden.

"Fusionen zwischen etablierten Banken wie UBS und CS, die nicht mehr schnell wachsen und weniger profitabel sind als ihre Konkurrenten, funktionieren fast nie.

Im Durchschnitt liegen die Gewinne nach der Fusion vier Prozent niedriger als vorher.

Sie haben in der Regel kaum Synergieeffekte", erklärte er.

Laut Bris resultiert dies aus seiner Untersuchung von Tausenden Bankenfusionen weltweit.

Die einzigen Synergiereserven bei Credit Suisse und UBS lägen in der Einsparung von Kosten.

"Aber dieses Potenzial ist begrenzt und geht mit geringeren Erträgen einher, zum Beispiel weil Kundengelder abfließen", so der Gelehrte.

Und er macht deutlich: Das Vertrauen in die Berechenbarkeit des Schweizer Finanzplatzes ist durch eine solche Fusion gefährdet.

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