Birkenstock-Hammer! Mega-Börsengang steht kurz bevor!

12.9.2023, 15:00

Birkenstock will Finanzkreisen zufolge in den nächsten Tagen seinen Börsengang bei der New Yorker Börsenaufsicht anmelden

Eulerpool News 12. Sept. 2023, 15:00

Birkenstock, der international populäre Hersteller von Sandalen und anderen Konsumprodukten, steht vor seinem Börsengang an der New Yorker Börse.

Finanzkreisen zufolge plant das Unternehmen, die offizielle Ankündigung in dieser Woche bei der US-Börsenaufsicht SEC einzureichen und setzt damit den nächsten Mega-IPO einer deutschen Marke nach dem von Porsche im letzten Jahr. Die Preisspanne und der finale Börsenprospekt sollen rund drei Wochen später bekanntgegeben werden. Der erste Handelstag an der Nyse ist voraussichtlich in der Woche ab dem 9. Oktober geplant. Demnach kann Birkenstock mit mindestens acht Milliarden Dollar bewertet werden. Laut Finanzkreisen könnte die Bewertung aber auch deutlich höher ausfallen, da sich das Segment der Lifestyle- und Luxusprodukte in der Regel auf einem höheren Niveau als Konsumgüterhersteller befindet.

Als Leiter der Börsengangstransaktion fungieren JP Morgan, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Zu den anderen an der Neuemission beteiligten Banken gehören unter anderem Bank of America, Citi, Jefferies sowie aus Europa die Deutsche Bank und BNP Paribas. Institutionelle Investoren sollen rund 10 bis 15 Prozent der angebotenen Aktien erhalten, während Privatanleger bei diesem Börsengang traditionell eine untergeordnete Rolle spielen. Der Erlös von rund 4,9 Milliarden Dollar im Jahr 2021 beim Verkauf der Aktien an Private-Equity-Gesellschaft L Catterton wurde noch angereichert durch Auslagen von Arnault's Financière Agache, so dass L Catterton momentan einen 65-prozentigen Anteil an Birkenstock hält.

Eventuell könnte sich Arnault diese Position beim Börsengang mittelfristig noch stärken, indem er weniger Aktien verkauft und L Catterton mehr. In den sozialen Medien wurde die Marke angesichts der Popularität von Influencern und Prominenten wie Kristen Stewart und Kendall Jenner bekannter, und der Firmenauftritt im Film Barbie von Greta Gerwig wirkte sich ebenfalls positiv aus - gerade das Modell Arizona in Light Rose aus Veloursleder war in kürzester Zeit ausverkauft. Mit dem bestens laufenden Produktportfolio des Unternehmens könnte es schlussendlich sofort von dem guten Zustand der Kapitalmärkte profitieren. Daher ist die Firma derzeit in der Lage, ihr Debüt an der New Yorker Börse zu geben.

Neben den Gesundheitsschuhen werden auch Sneakers, Bettwaren und Kosmetikprodukte hergestellt und weltweit auf dem Markt präsentiert. Mittlerweile hat sich Birkenstock auf sechs Standorten in Deutschland angesiedelt, unter anderem im erst letzte Woche in Betrieb genommenen neuen Werk in Pasewalk. Die Produktion soll auch weiterhin komplett im Land erfolgen. CEO Oliver Reichert wird weiterhin die operativen Geschicke der Firma führen. Insgesamt konnte Birkenstock mit diesem Börsengang genau zum richtigen Zeitpunkt überzeugen und zählt damit zu den führenden Luxusmarken im Portfolio der Eigentümerfamilie.

Marktexperten erwarten in den kommenden Wochen noch eine Handvoll weiterer Deals. Als Signal des Marktes wird wahrscheinlich der Börsengang des Chipdesigners Arm am 14. September herhalten. Der US-Börsengang der britischen Firma, deren Technologie in praktisch allen Smartphones eingebaut ist, könnte dem japanischen Eigentümer Softbank rund fünf Milliarden Dollar bei einer Unternehmensbewertung von 52 Milliarden Dollar einbringen und so wohl der weltweit größte Börsengang des Jahres werden.

Noch in den Startlöchern für einen Börsengang steht Panzergetriebehersteller Renk, deren offizielle Ankündigung laut Finanzkreisen in den nächsten Tagen erwartet wird. Ende September soll auch der Mobilitätsanbieter DKV seinen IPO ankündigen. Der Preis der Neuemissionen wird in einem so genannten Bookbuilding-Verfahren in den Tagen vor dem Debüt festgelegt. Dazu können Investoren bei den Investmentbanken, die die Transaktionen organisieren, Aktien vorbestellen. Ziel ist es, dass bei der Verteilung der Aktien sowohl langfristig orientierte als auch kurzfristig orientierte Investoren beteiligt werden. Darüber hinaus soll das Orderbuch so gesteuert werden, dass die Aktie in der Zeit nach dem IPO leicht zulegt.

Ein Einbruch, aber auch ein zu starker Anstieg die Aktie nach dem Debüt, wird als wenig erstrebenswert betrachtet. Letztendlich haben aber die künftigen Aktionäre das letzte Wort. Ein Beispiel ist hier Arzneimittelverpackungen-Hersteller Schott Pharma, bei dem für Ende September ein Debüt an der Frankfurter Börse erwartet wird.

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