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Ärger für Shell! Texas zieht vor Gericht - Aktie stürzt ab!

Der Bundesstaat Texas hat den britischen Ölriesen Shell vor Gericht gebracht

Eulerpool News 14. Aug. 2023, 15:03

Texas, ein Bundesstaat im Süden der USA, hat Shell, einen britischen Ölriesen sowie den Besitzer des petrochemischen und Raffineriekomplexes, der im Mai nahe Houston in Brand geraten war, wegen angeblicher Umweltschäden verklagt.

Führungskräfte von Shell gaben im Juli bekannt, dass die Reparaturen nach dem Brand nicht nur das Chemiegeschäft des Unternehmens weiter belasten werden, sondern auch die Shell-Aktie, die am Montag in London zeitweise 0,93 Prozent im Minus notierte.

Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Texas klagte, dass der Großbrand "große Mengen" Schadstoffe in die Umwelt sowie illegale Abwassereinleitungen in nahegelegene Gewässer verursacht habe. Am 7. August wurde im Namen der texanischen Kommission für Umweltqualität beim Bezirksgericht in Travis County, Texas, eine Zivilklage eingereicht, die Schadenersatz in einer nicht näher bezifferten Höhe von mehr als 1 Million Dollar sowie andere Entlastungen im Zusammenhang mit angeblichen Umweltverstößen am Standort Deer Park fordert. Gemäß Angaben des Staates wurde für die tagelangen Bemühungen, Teile der Shell-Chemiefabrik zu kühlen, "riesige Menge Wasser" eingesetzt, wodurch mindestens 68,7 Millionen Gallonen Abwasser unrechtmäßig in einen Regenwasserteich und den nahe gelegenen Houston Ship Channel eingeleitet wurden. Außerdem ließ das Unternehmen weitere, nicht näher bezeichnete Mengen Abwasser durch eine Wasseraufbereitungsanlage fließen, deren Menge über dem zulässigen Maß lag, und zwar durch einen Entwässerungsgraben, welcher die Shell-Anlage sowie die benachbarte Raffinerie, die im Besitz der mexikanischen Ölgesellschaft Petróleos Mexicanos (Pemex) steht, durchquert.

Im Jahr 2021 verkaufte Shell dann seine 50-prozentige Anteil an der Pemex-Raffinerie in Deer Park, da das in London ansässige Unternehmen die Raffinerien in den USA verkleinern wollte. Die angrenzende Petrochemieanlage ist jedoch nach wie vor zu 100 Prozent im Besitz von Shell und bleibt normalerweise 24 Stunden am Tag in Betrieb. Teile des Betriebs sind aufgrund des Brandes im Mai allerdings noch immer beschädigt.

Shell sieht sich nicht nur der Klage des Bundesstaates Texas gegenüber, sondern auch durch einzelne Klagen von mehr als zwei Dutzend Mitarbeitern und Auftragnehmern, welche behaupten, während des Brandes verletzt und schädlichen chemischen Dämpfen ausgesetzt gewesen zu sein. Ein leitender Angestellter erwähnte damals, dass in Folge des Brandes 15 Personen ins Krankenhaus gebracht wurden, welche allerdings alle wieder entlassen wurden. Laut eines Sprechers von Shell werde das Unternehmen die Klagesituation weiterhin untersuchen, während gleichzeitig am beschädigten Teil der Anlage gebaut wird.

Schwerwiegende Freigaben von Chemikalien, Öl, Dämpfen und anderen Stoffen aus US-amerikanischen Chemiewerken und Raffinerien, die zu Verletzungen, Evakuierungen oder anderen schwerwiegenden Folgen führen, nahmen laut der American Fuel and Petrochemical Manufacturers, einer US-amerikanischen Handels- und Lobbygruppe, während der Pandemie zeitweise zu. Die Häufigkeit solcher Vorfälle, die von den Unternehmen eigenständig gemeldet werden, sank zwar im Vergleich zu vor zehn Jahren, aber in den US-Chemiewerken sowie in vier der letzten fünf Jahren in US-Raffinerien ist sie laut Daten der AFPM gewachsen. Shell versichert wiederum, dass es sich um das Wohlergehen der Arbeitnehmer und der Gemeinden in der Nähe der Anlage bemüht.

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