AI

Meta Platforms setzt auf kostenlose KI-Modelle zur Marktbeherrschung

Meta-CEO Mark Zuckerberg richtet seinen ‘Sauron-Blick’ auf KI-Strategie – hohe Risiken inklusive.

Eulerpool News 20. Mai 2024, 19:42

Meta Platforms CEO Mark Zuckerberg verfolgt eine ungewöhnliche Strategie, um das Rennen um künstliche Intelligenz (KI) zu gewinnen: Er verschenkt die Technologie seines Unternehmens. Während viele Konkurrenten Milliarden in hochwertige Computerchips, Spitzeninformatiker und Gigawatt an Strom investieren, um die leistungsstärksten KI-Tools zu entwickeln, bietet Zuckerberg die Früchte dieser Investitionen kostenlos an.

Meta gibt seine fortschrittlichsten Chatbots und die dahinterliegende Technologie frei, um die Preise der Konkurrenz zu senken und Metas Version der KI breiter zu verbreiten. „Was man in einer solchen Situation nicht will, ist, dass andere die einzigartige Technologie besitzen, auf die man selbst keinen Zugriff hat“, sagte Jerome Pesenti, ehemaliger Vizepräsident für KI bei Meta und jetzt Gründer von Sizzle AI.

Meta erlitt finanzielle Einbußen, als Apple 2021 den Zugang zu Nutzerdaten einschränkte. Dies kostete Meta über 10 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2022 und führte zu einem Kursrückgang der Aktie um 26%. Um solche Abhängigkeiten zu vermeiden, setzt Meta auf die Kontrolle über seine eigenen Technologien.

Der Plan von Meta ist es, seine Milliarden Nutzer zu motivieren, die kostenlosen KI-Dienste zu nutzen, ähnlich wie sie Facebook, Instagram und WhatsApp verwenden. Meta setzt darauf, später durch Werbung Einnahmen zu generieren. Diese Strategie hat sich in der Vergangenheit als erfolgreich erwiesen, obwohl die bisherigen Nutzerreaktionen auf die KI-Dienste gemischt waren.

Der Wettbewerb um Nutzer für kostenlose KI-Produkte wurde letzte Woche intensiver, als OpenAI GPT-4o und Google neue Versionen ihrer kostenlosen KI-Modelle vorstellten. Beide Konkurrenten geben jedoch den Quellcode ihrer leistungsstärksten Tools nicht frei, sondern verkaufen den Zugang dazu. OpenAI hat bisher mindestens 13 Milliarden Dollar aufgebracht, hauptsächlich von Microsoft. Google plant, die Kapitalausgaben dieses Jahr um 50% oder mehr zu erhöhen.

Meta kündigte im letzten Quartal an, dass KI zu zusätzlichen Ausgaben von 10 Milliarden Dollar im Jahr 2024 führen könnte. Derzeit gibt es keine offensichtliche Möglichkeit, diese Ausgaben kurzfristig zu amortisieren. Meta verdient sein Geld hauptsächlich durch den Verkauf von Anzeigen auf seinen Social-Media-Diensten und bietet keinen Cloud-Zugang zu seinen Servern an, wie es viele seiner KI-Konkurrenten tun.

Metas Aktien fielen letzten Monat um 10%, nachdem das Unternehmen die neuen KI-Ausgaben detailliert beschrieben hatte. Dennoch gibt es Unterstützung von einigen Investoren und Analysten für Metas Argument, dass es langfristig von der Veröffentlichung seiner generativen KI als „Open Source“ profitieren wird. Open-Source-Software ist öffentlich zugänglich, was bedeutet, dass Meta den Quellcode freigibt und den meisten Unternehmen keine Gebühren für die Nutzung erhebt.

Meta veröffentlichte letzten Monat sein neuestes generatives KI-Tool, genannt Llama 3, das von jedem Unternehmen kostenlos genutzt und angepasst werden kann, solange es weniger als 700 Millionen Nutzer hat. Chatbots basierend auf Llama 3 wurden in Instagram, WhatsApp, Facebook, Messenger und im Web integriert.

Ahmad Al-Dahle, Vizepräsident für generative KI bei Meta, erklärte: „Alle unsere Dienste sind kostenlos, wir helfen Menschen, sich miteinander zu verbinden, und wir möchten, dass sie sich auch mit KI verbinden können, die ihnen hilft, Dinge zu erledigen. Das war schon immer unser Ansatz.“

Zuckerberg entschied sich im März, das Angebot kostenloser KI-Produkte zu verdoppeln, und gab den Teams einen Monat Zeit, um seine Vision umzusetzen. Zuckerberg trug direkt zur Integration von Meta AI in die Suchfunktionen von Facebook, Instagram und WhatsApp bei und traf dabei wichtige Designentscheidungen.

Durch die Veröffentlichung seiner Llama-Modelle als Open Source kann Meta eine Gemeinschaft von Entwicklern beobachten, die das Tool verfeinern, und diese Verbesserungen integrieren. Zudem ist es ein Rekrutierungsinstrument für führende KI-Forscher, die die Möglichkeit schätzen, ihre Arbeit weiterhin zu veröffentlichen.

Ob Meta letztlich Erfolg hat, bleibt abzuwarten, aber die Strategie zielt darauf ab, die eigene Zukunft zu definieren und nicht von externen Unternehmen abhängig zu sein.

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