AI

NVIDIA auf Expansionskurs: Neue Geschäftseinheit für maßgeschneiderte Chips in Planung

NVIDIA insidertipps: Chipriese gründet neue Einheit für Entwicklung maßgeschneiderter Chips – strategischer Zug im Technikschach.

Eulerpool News 10. Feb. 2024, 13:00

Der weltweit führende Chiphersteller NVIDIA plant laut Insidern eine neue Geschäftseinheit, die sich auf die Entwicklung von maßgeschneiderten Chips konzentrieren soll. Diese Chips sind nicht nur für Cloud-Computing-Unternehmen, sondern auch für fortschrittliche Anwendungen wie künstliche Intelligenz (KI) vorgesehen.

Von neun mit der Sache vertrauten Personen erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von den Plänen des kalifornischen Unternehmens.

Als dominierender Entwickler und Anbieter von KI-Chips hat NVIDIA derzeit einen Marktanteil von etwa 80 Prozent im Bereich High-End-KI-Chips. Diese Tatsache hat dazu beigetragen, dass der Marktwert des Unternehmens allein in diesem Jahr um satte 40 Prozent auf 1,73 Billionen Dollar gestiegen ist, nachdem er bereits im Jahr 2023 mehr als verdreifacht hatte.

Zu den Kunden von NVIDIA gehören renommierte Unternehmen wie OpenAI, Microsoft, Alphabet und Meta, die alle auf NVIDIA-Chips angewiesen sind, um im schnell wachsenden KI-Geschäft erfolgreich zu sein.

Die H100- und A100-Chips von NVIDIA dienen vielen dieser Großkunden als allgemeine, universell einsetzbare KI-Prozessoren. Doch die Technologieunternehmen gehen nun dazu über, ihre eigenen, internen Chips für spezielle Anforderungen zu entwickeln. Auf diese Weise lassen sich neben einem geringeren Energieverbrauch auch die Kosten und Entwicklungszeiten reduzieren.

NVIDIA möchte laut Insidern nun eine zentrale Rolle dabei spielen, diesen Unternehmen bei der Entwicklung ihrer eigenen, kundenspezifischen KI-Chips zu unterstützen.

In diesem Zusammenhang hat sich NVIDIA bereits mit Vertretern von Amazon, Meta, Microsoft, Google und OpenAI getroffen, um die Möglichkeit der Herstellung von maßgeschneiderten Chips für diese Unternehmen zu besprechen. Insider zufolge hat das Unternehmen auch Kunden aus den Bereichen Telekommunikation, Automobil und Videospiele im Visier.

Bereits im Jahr 2022 hatte NVIDIA angekündigt, Drittkunden die Möglichkeit zu geben, einen Teil seiner proprietären Netzwerktechnologie in deren eigene Chips zu integrieren. Seitdem hat das Unternehmen keine weiteren Einzelheiten zu diesem Programm bekannt gegeben - nun berichtet Reuters erstmals über die Pläne.

Weder NVIDIA noch die genannten Unternehmen wollten sich zu den Insider-Informationen äußern. Laut Schätzungen des Marktforschungsunternehmens 650 Group wird der Markt für kundenspezifische Chips für Rechenzentren in diesem Jahr voraussichtlich auf bis zu zehn Milliarden Dollar wachsen und sich bis 2025 verdoppeln.

Der breitere Markt für kundenspezifische Chips hatte im Jahr 2023 bereits einen Wert von etwa 30 Milliarden Dollar, was etwa fünf Prozent des weltweiten jährlichen Chipumsatzes entspricht.

An der Börse zeigte sich die Reaktion auf die angeblichen Pläne von NVIDIA positiv: Die Aktie des Unternehmens schloss den NASDAQ-Handel zeitweise mit einem Kursgewinn von 3,58 Prozent bei 721,33 US-Dollar.

Für Investoren bleibt abzuwarten, inwiefern NVIDIA tatsächlich in der Lage sein wird, seinen Marktanteil im Bereich maßgeschneiderte KI-Chips zu halten, während immer mehr Technologieunternehmen eigene Chips entwickeln.

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