CapVest übernimmt Stada für rund zehn Milliarden Euro
CapVest setzt mit der Übernahme von Stada für €10 Mrd. ein starkes Zeichen im europäischen Healthcare-Sektor.

Der britische Finanzinvestor CapVest übernimmt den hessischen Arzneimittelhersteller Stada in einer Transaktion, die das Unternehmen mit rund €10 Mrd. bewertet. Verkäufer sind die bisherigen Eigentümer Bain Capital und Cinven, die Stada 2017 für €5,3 Mrd. von der Börse genommen hatten. Beide bleiben nach Abschluss des Geschäfts mit Minderheitsbeteiligungen an Bord.
Mit dem Deal gelingt CapVest einer der größten Healthcare-Übernahmen Europas in diesem Jahr – und zugleich eine der größten Transaktionen zwischen Private-Equity-Häusern überhaupt. Für Bain und Cinven endet damit die Suche nach einem Exit über einen Börsengang, der zuletzt noch als Option geprüft wurde.
Stada hat sich in den vergangenen Jahren trotz Pandemie, Inflation und geopolitischer Belastungen stabil entwickelt. 2024 kletterte der Umsatz um 9 Prozent auf €4,1 Mrd., das bereinigte Ebitda legte um 11 Prozent auf €886 Mio. zu. CEO Peter Goldschmidt verweist auf die Breite des Portfolios mit mehr als 25.000 Produkten als zentralen Stabilitätsfaktor.
Rund 40 Prozent der Erlöse stammen aus dem Consumer-Health-Segment mit Marken wie Nizoral, Cetraben und Zoflora. Generika steuern weitere 40 Prozent bei, der Rest entfällt auf Spezialpharmazeutika. 2023 hatte Stada zudem sein Russland-Geschäft abgespalten, um die geopolitischen Risiken zu reduzieren.
Der Verkauf unterstreicht die Schwierigkeiten der Branche, größere Beteiligungen an die Börse zu bringen. Erst kürzlich war die Oldenburgische Landesbank (OLB) als zweiter Frankfurter Börsenkandidat des Jahres vom IPO-Vorhaben auf eine private Lösung umgeschwenkt.
Der Vollzug der Transaktion wird für die erste Jahreshälfte 2025 erwartet.






