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Wilders knapp vorn – Niederlande vor schwierigster Regierungsbildung seit Jahren

Einen Tag vor der Parlamentswahl in den Niederlanden liefern sich Geert Wilders’ rechtspopulistische PVV und der grün-sozialdemokratische Block GL-PvdA ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Laut der jüngsten Ipsos-I&O-Umfrage liegt Wilders mit 26 Sitzen zwar knapp in Führung – verliert aber deutlich im Vergleich zur Wahl 2023, als er noch 37 Mandate holte.

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Verluste für Wilders, Gewinne für Mitteparteien
Das Bündnis aus Grünen und Sozialdemokraten unter Ex-EU-Vize Frans Timmermans kommt auf 23 Sitze (bisher 26). Dahinter folgen die liberal-progressive D66 mit 22 (bisher 9) und die Christdemokraten CDA mit 20 Sitzen (bisher 5). Die einst dominierende VVD, bis 2024 Partei des damaligen Premierministers Mark Rutte, fällt laut Umfrage auf 16 Mandate zurück. Die rechte JA21 legt hingegen von einem auf zwölf Sitze zu.

Da es keine Sperrklausel gibt, könnten bis zu 16 Parteien ins Parlament einziehen – ein Rekord, der die Regierungsbildung noch komplizierter macht.

Kein Koalitionspartner in Sicht
Nach dem Bruch der Vier-Parteien-Koalition aus PVV, VVD, NSC und der Bauern-Bürger-Bewegung im Juni – ausgelöst durch Wilders’ Forderung nach strengeren Asylgesetzen – gilt der Rechtspopulist für die meisten Parteien als nicht koalitionsfähig. Selbst die VVD hat eine Neuauflage der Zusammenarbeit ausgeschlossen.

Wahlkampf mit alten Themen – und neuen Ängsten
Im Mittelpunkt des Wahlkampfs stehen erneut Migration, Asylpolitik und Wohnungsnot. Wilders fordert einen „totalen Stopp“ für Asylbewerber – ein Versprechen, das ihm zwar in Umfragen Stabilität, aber keine neuen Partner einbringt.

In Städten und Gemeinden kam es zuletzt zu Protesten gegen neue Flüchtlingsunterkünfte, teils mit Gewalt. Trotz der hitzigen Stimmung deutet alles darauf hin, dass die PVV zwar stärkste Kraft wird – die Niederlande aber vor einer der schwierigsten Regierungsbildungen ihrer Geschichte stehen.

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