Wolfspolitik im Zwiespalt: Artenschutz versus Jagdrecht
Takeaways NEW
- Diskussion um Wolfsschutz (Artenschutz vs. Jagdrecht) spitzt sich in Deutschland zu.
- Änderungen im Schutzstatus bieten neue Handlungsspielräume im Jagdrecht, finale Entscheidung fehlt noch.
Die Diskussion um den gesetzlichen Status des Wolfes in Deutschland nimmt angesichts der neuesten Populationszahlen an Schärfe zu. Während Tier- und Naturschützer keine fachliche Notwendigkeit sehen, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen, drängen Verbände wie der Deutsche Jagdverband (DJV) darauf, gesetzliche Erleichterungen für den Abschuss der Tiere zu schaffen. Der Deutsche Tierschutzbund warnt vor politisch motivierten Handlungen, die die Akzeptanz des Artenschutzes gefährden könnten. 000 Nutztiere wie Schafe und Ziegen verletzt oder getötet haben. Dies zeige die Dringlichkeit des Themas, so Verbandspräsident Helmut Dammann-Tamke, der den Gesetzgeber auffordert, rechtssichere Lösungen zu ermöglichen.
Die Daten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes beziffern für das Monitoringjahr 2024/25 insgesamt 276 bestätigte Wolfsterritorien. Besonders betroffen sind Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen. Trotz dieser Zahlen sehen die Naturschutzverbände keinen Grund zur Panik. Die Gesamtzahl der Territorien hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert, und das Vorkommensgebiet der Wölfe ist lediglich um etwa 5 Prozent gewachsen. Änderungen im europäischen Schutzstatus des Wolfes im Sommer, die den Schutz von "streng geschützt" auf "geschützt" herabstuften, eröffnen neue Handlungsspielräume im Jagdrecht.
Die Umwelt- und Landwirtschaftsministerien in Deutschland planen Erleichterungen, doch eine finale Entscheidung der Bundesregierung und die Zustimmung des Bundestags stehen noch aus. Marie Neuwald vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) unterstreicht den Erfolg des Artenschutzes: Der Wolf sei nach Jahrhunderten in die Landschaft zurückgekehrt und habe dort seinen Platz gefunden. Eine Integration ins Jagdrecht könnte die mühsam aufgebaute Akzeptanz und Koexistenz gefährden, mahnte sie.

