Klimaschutz im Rückwärtsgang: Deutschland im aktuellen Index abgerutscht
Takeaways NEW
- Deutschland rutscht im Klimaschutz-Index auf Platz 22 ab, hauptsächlich durch negative Bewertungen der Klimapolitik.
- Dänemark, Großbritannien und Marokko führen den Index an, während die USA und China niedrig platziert sind.
Deutschland erleidet im internationalen Vergleich zum Klimaschutz erneut Rückschläge und muss sich im neu veröffentlichten Klimaschutz-Index mit Platz 22 zufriedengeben. Dieses Ergebnis, sechs Positionen niedriger als zuvor, basiert auf der Analyse von 63 Ländern und der EU, die zusammen über 90 Prozent der klimaschädlichen Emissionen ausstoßen. Die Bewertung, präsentiert von Germanwatch, Climate Action Network und dem NewClimate Institute auf dem Weltklimagipfel in Belém, bringt Deutschland hinter zehn EU-Staaten, deren Klimaschutzbemühungen besser bewertet werden. Mehrere Kategorien trugen zum Ergebnis bei: Mit einem Anteil von 40 Prozent an der Gesamtbewertung standen die Treibhausgasemissionen im Fokus, während erneuerbare Energien, Energieverbrauch und Klimapolitik jeweils 20 Prozent beisteuerten. Der Co-Autor Jan Burck von Germanwatch kritisiert Deutschlands Position bei der Klimapolitik als enttäuschend und mäßig, mit der nationalen Klimastrategie sogar als schlecht bewertet: Ein starker Fokus auf Gas, fehlende Maßnahmen für Verkehr und Gebäude sowie Rückschritte in der Klimapolitik sind mehrere der genannten Gründe.
Während sich Deutschland bei der Energienutzung mit einem 13. Platz noch vergleichsweise stabil hält, bleibt die derzeitige Bundesregierung gefordert, die Dynamik des Ausbaus erneuerbarer Energien weiter zu fördern. In diesem Index setzt sich Dänemark an die Spitze, gefolgt von Großbritannien und Marokko. Marokko beeindruckt durch niedrige Pro-Kopf-Emissionen und neue Klimaziele bis 2035. Bemerkenswert bleibt auch die Entwicklung der USA, die acht Ränge fallen und den drittletzten Platz einnehmen.
Vor allem in der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump sei die US-amerikanische Klimapolitik geschwächt worden. Erfreulicherweise bleibt das Wachstum der erneuerbaren Energien ein Lichtblick, federführend durch Marktkräfte und die Politik einzelner Bundesstaaten. China, das den 54. Platz belegt, verbessert sich leicht dank deutlichem Zuwachs an Wind- und Solarenergie, trotz einer parallelen Zunahme in der Kohleproduktion.

