Gasspeicher: Entspannte Behörden, mahnende Stimmen aus der Wirtschaft
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- Die Füllstände der deutschen Gasspeicher sind im Vergleich zu Vorjahren niedriger, was aus einem hohen Gasverbrauch und geringeren EU-Zufuhren resultiert.
- Die Bundesnetzagentur bleibt entspannt, während die Initiative Energies Speichern politische Maßnahmen zur Sicherung der Gasversorgung fordert.
Die Füllstände der deutschen Gasspeicher zu Beginn der aktuellen Heizperiode sind mit 75 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren relativ niedrig. Einem Bericht der Berliner Initiative Energien Speichern (Ines) zufolge handelt es sich hierbei um einen deutlichen Rückgang gegenüber beispielsweise Anfang November 2024, als die Speicher noch zu 98 Prozent gefüllt waren. Diese Abnahme lässt sich auf einen unerwartet hohen Gasverbrauch und eine schwächere Zufuhr von Gas aus anderen EU-Staaten zurückführen, die die Hochrechnungen der Initiative durchkreuzt haben.
Ines verdeutlichte andere Szenarien und stellte fest, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestfüllstände unter normalen Witterungsbedingungen wohl eingehalten werden können. Allerdings könnten kalte Winter, ähnlich denen von 2010, zu einer schnellen Entleerung der Speicher führen.
Die Bundesnetzagentur zeigte sich dennoch unbesorgt und hob hervor, dass neue LNG-Terminals zusätzliche Importkapazitäten bieten. Der Behördensprecher unterstrich, dass die Gefahr einer angespannten Gasversorgungsmöglichkeit momentan als gering eingeschätzt werde.
Trotz des zuversichtlichen Tons seitens der Behörde kritisierte Ines-Geschäftsführer Sebastian Heinermann die politischen Rahmenbedingungen und mahnte eine Versäumnis der Bundesregierung an. Er forderte die Anwendung im Koalitionsvertrag vereinbarter Maßnahmen zur Optimierung der Versorgungssicherheit durch höhere Füllstände. Sollte der Mindestfüllstand von 30 Prozent im Februar 2025 gefährdet sein, könnten gezielte Maßnahmen erforderlich werden, darunter der Ankauf zusätzlicher Gasmengen. Diese Vorgehensweise war bereits 2022/23 nötig und hatte hohe Kosten verursacht.

