Deutsche Kfz-Versicherer steuern 2025 auf positive Zahlen zu
Takeaways NEW
- Deutsche Kfz-Versicherer erwarten 2025 erstmals wieder positive Erträge dank gestiegener Prämien.
- Naturkatastrophen verursachten 2025 weniger Schäden als erwartet, was Versicherer wie Allianz begünstigt.
Die Hoffnung auf bessere Zeiten keimt bei den deutschen Kfz-Versicherern auf, nachdem jüngste Jahre von hohen Verlusten geprägt waren. Laut Hannover Rück, einem der weltweit führenden Rückversicherer, wendet sich das Blatt und die Branche dürfe 2025 ein positives Ergebnis erwarten. Maßgeblich dazu beigetragen haben die gestiegenen Prämien, die die Verluste abfedern konnten. Noch sind jedoch für 2026 gezielte Prämienerhöhungen nötig, wie Thorsten Steinmann, Deutschlandchef der Hannover Rück, betonte. Stefan Schmuttermair, Bereichsleiter, sieht hier einen Bedarf von fünf bis sechs Prozent, da die Kosten für Reparaturen und Ersatzteile weiterhin steigen.
Das Branchentreffen in Baden-Baden im Oktober bot Rückversicherern wie Hannover Rück, Swiss Re und Munich Re die Gelegenheit, mit den Erstversicherern die Bedingungen für die bevorstehende Vertragserneuerung auszuhandeln. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hatten die Kfz-Versicherer in den letzten zwei Jahren Verluste in Milliardenhöhe hinnehmen müssen, was zu einer erheblichen Anhebung der Prämien führte. Im Jahr 2025 erzielten die Kfz-Versicherer in Deutschland erstmals wieder einen versicherungstechnischen Gewinn, wie von Hannover Rück geschätzt. Dabei hoben die Anbieter ihre Prämien in der Haftpflicht durchschnittlich um 9,7 Prozent, in der Vollkasko um 15,2 Prozent und in der Teilkasko um 12,9 Prozent an. Schmuttermair bezeichnete diese Steigerungen als beachtlich und erwartet für das kommende Jahr eine leichte Reduzierung des Gewinns auf 1,2 Milliarden Euro, bedingt durch einen wahrscheinlichen Anstieg der Schäden um bis zu sechs Prozent.
Die Schäden durch Naturkatastrophen, wie Überschwemmungen und Hagel, sind 2025 unterdurchschnittlich ausgefallen. Firmen wie Huk Coburg und Allianz, zu deren Preiskalkulationen Hannover Rück Zugang hat, könnten von dieser Entwicklung profitieren. Jörg Asmussen vom GDV hob hervor, dass die Ersatzteilpreise in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen sind, während der Kfz-Bereich allmählich wieder rentabel wird. Neben dem Kfz-Bereich untersucht Hannover Rück auch den Schaden- und Unfallsektor. Für 2026 wird ein stabiler Bedarf an Rückversicherungsschutz erwartet, da die Schäden in der Industrie und durch Naturkatastrophen im Jahr 2025 geringer als erwartet ausfielen.
Auch im Bereich der Cyberversicherung nimmt die Nachfrage zu, aufgrund steigender Risiken durch Hackerangriffe.

