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Kritische Stimmen vor Anhörung zum Berliner Ausbau von Tesla
Beim geplanten Ausbau der Tesla-Fabrik nahe Berlin kritisieren Umweltschützer den Umgang mit potenziellen Störfällen

Der geplante Ausbau der Tesla-Fabrik in Grünheide nahe Berlin stößt bei Umweltschützern auf Kritik. Die Grüne Liga Brandenburg äußerte sich besorgt über den Umgang des Elektroautobauers mit möglichen Störfällen. Vor einer Anhörung von Kritikern am Montag, bei der über 1.000 Einwände diskutiert werden, kritisierte Liga-Landesgeschäftsführer Michael Ganschow, dass der Sicherheitsbericht des Unternehmens nur geschwärzt veröffentlicht wurde.
Zudem fehlten wichtige Informationen über die Anlagenarten. Die Öffentlichkeitsbeteiligung werde dadurch zur Farce. Tesla plant den Ausbau seiner Fabrik in Grünheide, um die Produktionskapazität von zunächst angepeilten 500.000 auf eine Million Autos pro Jahr zu erhöhen.
Das Unternehmen hat hierfür Anträge auf umweltrechtliche Genehmigung beim Land Brandenburg gestellt. Derzeit werden dort rund 250.000 Autos pro Jahr produziert. Vor der Anhörung forderten fünf Umweltverbände vom Landesamt für Umwelt, die neuesten Unterlagen zum Ausbau zur Verfügung zu stellen.
Sie zweifeln daran, dass der zugrundeliegende Antrag von Tesla die aktuellste Version ist. Die Unterlagen wurden während der öffentlichen Auslegung zweimal geändert, so Ganschow. Dies erschwere die Arbeit der Verwaltung als Unterstützung der Genehmigungsbehörde.
Tesla selbst geht nicht von größeren Hürden für die erste Genehmigung des geplanten Ausbaus aus. Das Unternehmen sieht auf Basis der Einwände keine wesentlichen Hindernisse, rechnet aber mit Hunderten Auflagen bei der Genehmigung im März 2022.
Ganschow äußerte Zweifel über die Rolle des Landesamts für Umwelt in diesem Prozess. Bei der Anhörung sollen über 1.070 Einwände von Kritikern diskutiert werden, darunter Wasser, Naturschutz und der Umgang mit Störfällen. Die meisten Einwände betreffen das Thema Wasser.
Tesla weist jedoch Bedenken zurück und betont, dass kein zusätzlicher Wasserverbrauch geplant sei und keine Gefährdung des Grundwassers bestehe. Auch sei keine Rodung von zusätzlichem Wald notwendig.
Umstritten sind jedoch die Pläne von Tesla, bis zu 81.000 Pfähle für den Bau eines neuen Werksgebäudes zu verwenden. Laut fünf Naturschutzverbänden würde dies zu einem massiven blockartigen Hindernis im Untergrund führen. Tesla versichert jedoch, dass nur geringfügige Umleitungen der Strömungen zu erwarten seien und die 81.000 Pfähle die maximale mögliche Menge seien.
An der Börse zeigt sich die Tesla-Aktie gelassen. Vor der Anhörung steigt sie um 0,33 Prozent auf 212,70 Dollar.