Venture Global gewinnt Schiedsverfahren gegen Shell – Signalwirkung für milliardenschwere LNG-Streitfälle
Venture Global setzt sich im Schiedsverfahren gegen Shell durch und stärkt damit seine Position in milliardenschweren LNG-Streitfällen.

Venture Global hat im Streit mit Shell um angebliche Vertragsverletzungen einen wichtigen Erfolg erzielt. Ein Schiedsgericht der International Chamber of Commerce wies die Vorwürfe zurück, der US-LNG-Anbieter habe Lieferungen aus langfristigen Verträgen verweigert, um stattdessen am Spotmarkt von den nach dem russischen Angriff auf die Ukraine stark gestiegenen Gaspreisen zu profitieren.
Shell, BP, Sinopec und mehrere europäische Energieunternehmen hatten Schadenersatzforderungen von insgesamt 6,7 bis 7,4 Mrd. USD eingereicht. Venture Global verweist auf Vertragsklauseln, die die Haftung auf rund 1,6 Mrd. USD begrenzen – ein Punkt, den einige Kunden bestreiten. Analysten sehen in der Entscheidung einen Präzedenzfall für weitere laufende Verfahren.
Kern des Streits ist das LNG-Terminal Calcasieu Pass in Louisiana. Venture Global erklärte „force majeure“, da Reparaturen an der Stromversorgung nötig gewesen seien, und verschob die offizielle kommerzielle Inbetriebnahme auf April 2025 – trotz hunderter zuvor verkaufter Ladungen. Die Kunden argumentierten, dass damit faktisch kommerzielle Lieferungen erfolgt seien und der Force-Majeure-Anspruch unbegründet sei.
Das Unternehmen, das enge Verbindungen zur Trump-Administration pflegt, sieht sich durch den Schiedsspruch bestätigt. Die Aktie legte nachbörslich um rund 6 % zu, notiert aber weiterhin deutlich unter dem Januar-IPO-Preis von 25 USD. Shell äußerte Enttäuschung, betonte jedoch, dass Vertrauen in langfristige Verträge die Grundlage für Investitionen und nachhaltiges Wachstum im LNG-Markt bleibe.






