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Krise der Renditen: Bundesanleihen auf Talfahrt

Die Renditen deutscher Bundesanleihen sind auf Talfahrt. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future legte um 0,79 Prozent auf 134,51 Punkte zu. Die…

Die Renditen deutscher Bundesanleihen sind auf Talfahrt. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future legte um 0,79 Prozent auf 134,51 Punkte zu. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf 2,24 Prozent, den niedrigsten Stand seit Juni.

Die Erwartung fallender Leitzinsen führt zu Spekulationen und Druck auf die Renditen. Die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) werden im nächsten Jahr erste Zinssenkungen erwartet. Der Terminmarkt lässt für das Jahr 2024 sogar deutlich mehr als ein Prozentpunkt an Zinssenkungen erwarten, sowohl von der Fed als auch von der EZB.

Isabel Schnabel, Direktorin der EZB, verstärkt diesen Zinsdruck mit ihren Äußerungen. Angesichts des jüngsten Inflationsrückgangs hält sie weitere Zinsanhebungen für unwahrscheinlich. Die Marktakteure interpretieren dies als ein Signal für vorerst stabile Leitzinsen. Schnabel vertritt grundsätzlich eine straffe Geldpolitik, betont aber gleichzeitig, dass es zu früh sei, den Kampf gegen die Inflation als beendet zu betrachten.

Im Gegensatz dazu sind die US-Konjunkturdaten widersprüchlich. Der Einkaufsmanagerindex ISM zeigt eine stärkere Aufhellung der Stimmung im Dienstleistungssektor im November als erwartet. Dies deutet auf ein Wachstum des Sektors hin. Gleichzeitig ist die Zahl der offenen Stellen stärker als erwartet zurückgegangen. Die US-Notenbank Fed beobachtet den Arbeitsmarkt genau, da er Auswirkungen auf die Inflationsentwicklung hat.

Die Unsicherheit bezüglich der Zinsentwicklung und der Wirtschaftslage beeinflusst die Nachfrage nach deutschen Bundesanleihen. Insbesondere Investoren, die auf sichere Anlagen setzen, treiben die Kurse in die Höhe und drücken die Renditen. Die Anleger sollten die weiteren Entwicklungen aufmerksam verfolgen.