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Indium aus dem Erzgebirge: Warum Deutschlands Zukunft vom Bergbau abhängt

Saxore und die TU Freiberg testen Biolaugung im Erzgebirge – 700 Tonnen Indium und eine untertägige Mine ohne Halden könnten Deutschland wieder zum Rohstoffstandort machen.

Die Probebohrungen haben begonnen

Zehn Bohrungen, 130 Meter, zwei Wochen Arbeit: Saxore hat in Pöhla den ersten Spatenstich für eine Technologie gesetzt, die deutsche Rohstoffabhängigkeit verringern könnte. Die Bohrkerne gehen an die TU Bergakademie Freiberg. Dort soll sich zeigen, ob Mikroorganismen Indium und Zinn aus dem Gestein lösen können, ohne dass Sprengungen nötig sind.

Unter Tage, ohne Halden

Saxore plant in Tellerhäuser ein vollständig unterirdisches Zinnbergwerk. Keine sichtbaren Halden, keine Aufbereitungsanlagen an der Oberfläche. Das klingt nach einer radikalen Abkehr von der traditionellen Bergbaulandschaft – und genau das macht das Projekt für Investoren interessant. Wer hier investiert, setzt nicht auf Subventionen, sondern auf Technologie und Zugang zu einem Rohstoff, den Europa derzeit fast vollständig importiert.

700 Tonnen Indium, eine der größten Lagerstätten der Welt

Die Zahlen sind klar: 700 Tonnen Indium-Metall sollen in Tellerhäuser liegen. Indium ist essenziell für Halbleiter und Photovoltaik. Wer das Material kontrolliert, kontrolliert Teile der Wertschöpfungskette der Zukunft. Saxore-Sprecher Axel Kunz betont den Vorteil der Biolaugung: weniger Sprengungen, weniger Energie, weniger Widerstand vor Ort. Das ist kein grünes Feigenblatt, sondern schlichte Wirtschaftlichkeit.

EU-Geld fließt, Genehmigungen blockieren

Fünf Millionen Euro EU-Förderung für das Projekt „Xtract“ mit 14 Partnern aus neun Ländern – das Geld ist da. Die Genehmigung des Rahmenbetriebsplans durch das Oberbergamt Freiberg fehlt noch. Geschäftsführer Matthias Faust nennt 2029 als frühesten Termin für den Probebetrieb. 500.000 Tonnen Zinn-Erz pro Jahr, daraus 2.500 Tonnen Zinn – das sind keine Fantasiezahlen, sondern das, was auf dem Papier steht, sobald die Behörden grünes Licht geben.

Der Steuerzahler zahlt doppelt

Während hier Technologie entwickelt wird, die Deutschland unabhängiger machen könnte, blockieren die gleichen Altparteien, die heute von „strategischer Autonomie“ faseln, den Abbau vor Ort. CDU, SPD und Grüne haben jahrzehntelang den Bergbau verteufelt, jetzt jammern sie über Lieferkettenrisiken. Die AfD fordert seit Jahren, heimische Rohstoffe zu nutzen. Jetzt übernehmen andere diese Position – und verkaufen sie als eigenen Erfolg.

Meritokratie statt Bürokratie

Wer baut, soll bauen dürfen. Wer verwaltet, soll dienen, nicht blockieren. Das Erzgebirge zeigt, wie ein einzelnes Unternehmen mit einer Universität zusammenarbeitet und Technologie entwickelt, die Europa unabhängiger machen könnte. Die Frage ist nicht, ob Indium gebraucht wird. Die Frage ist, ob Deutschland weiterhin auf Importe aus China setzt oder selbst fördert. Die Antwort liegt beim Oberbergamt Freiberg – und bei der Frage, ob die Politik endlich aufhört, den eigenen Wohlstand zu regulieren.