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Euronics-Chef sieht Chancen durch JD.com-Übernahme von MediaMarktSaturn

Benedict Kober, CEO von Euronics, bewertet die geplante Übernahme von MediaMarktSaturn durch JD.com als Chance für sein Unternehmen. Dabei betont er die Notwendigkeit, sich durch hochwertige Produkte und persönlichen Service von der Konkurrenz abzugrenzen.

Euronics und die Übernahme von MediaMarktSaturn

Der CEO von Euronics, Benedict Kober, äußert sich optimistisch über die geplante Übernahme von MediaMarktSaturn durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Ditzingen hebt Kober hervor, dass diese Entwicklung sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringt, jedoch mit einem klaren Fokus auf die positiven Aspekte. "Mit einem spürbaren Übergewicht auf Chance", so Kober, wird Euronics in der Lage sein, von den Veränderungen im Markt zu profitieren.

Ein zentraler Punkt der Übernahme ist die Vermutung, dass JD.com die Ladenflächen von MediaMarktSaturn nicht ausbauen wird. Dies könnte dazu führen, dass Euronics in der Lage ist, Produkte, die möglicherweise nicht mehr bei MediaMarktSaturn verkauft werden, erfolgreich zu vermarkten. Kober betont den engen Austausch mit Herstellern, um Umsätze zu sichern, die andernfalls verloren gehen könnten.

Ein weiterer Aspekt, den Kober anspricht, ist die erwartete Erhöhung des Anteils chinesischer Produkte im Sortiment von MediaMarktSaturn. Diese Entwicklung könnte den Wettbewerb im Elektronikmarkt zusätzlich verschärfen. Der bereits unter Druck stehende Durchschnittspreis im TV-Markt, bedingt durch chinesische Fabrikate, könnte sich auch auf andere Produktkategorien ausdehnen. Um dennoch profitabel zu bleiben, ist Euronics gefordert, den Fokus auf hochwertige Produkte zu legen und den Premiumanteil im Sortiment zu erhöhen.

Kober sieht in der Möglichkeit, wertigere Angebote zu schaffen, eine Chance, die Kundenbindung zu stärken und die Marktanteile von Euronics auszubauen. Die Expertise in der Fachberatung und die persönliche Nähe zu den Kunden werden dabei als entscheidende Wettbewerbsfaktoren hervorgehoben.

Handelsexperte Kai Hudetz unterstützt diese Sichtweise und sieht durch die Übernahme von MediaMarktSaturn auch für Euronics und andere Ketten wie Electronic Partner vielversprechende Perspektiven. Er prognostiziert, dass sich diese Unternehmen verstärkt über persönliche Beratung und Servicekompetenz differenzieren können, was digitale Plattformen nur schwer reproduzieren können. Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil der Konsumenten Vorbehalte gegenüber Plattformen aus Fernost hegt, was stationären Anbietern einen Wettbewerbsvorteil verschaffen könnte.

Hudetz hebt zudem hervor, dass stationäre Wettbewerber ihre regionale Verankerung als Verkaufsargument nutzen sollten. Es ist wahrscheinlich, dass JD.com die Übernahme so unauffällig wie möglich gestalten möchte, um die Markenwahrnehmung von MediaMarktSaturn zu bewahren.

Die Übernahme von MediaMarktSaturn durch JD.com ist bereits im Sommer letzten Jahres ins Rollen gekommen, als ein Übernahmeangebot für die Muttergesellschaft Ceconomy abgegeben wurde. Während JD.com mittlerweile die Mehrheit der Aktien sichergestellt hat, stehen in mehreren Ländern noch die endgültigen Genehmigungen aus. Diese Unsicherheit könnte sowohl Risiken als auch Chancen für den gesamten Markt mit sich bringen, die es zu beobachten gilt.